Wenn eine KI-Firma Geld verliert, ist das zunächst ein Risiko für ihre Eigentümer und Geldgeber. Jeff Schmid, Präsident der regionalen US-Notenbank in Kansas City, stellt eine größere Frage: Könnten KI-Unternehmen, ihre Verträge und die Finanzierung von Rechenzentren so eng miteinander verbunden werden, dass Probleme an einer Stelle weit über die Branche hinausreichen? Am 25. September 2026 fragte er, ob ein „too-big-to-fail“-KI-Ökosystem entstehe. Der Ausdruck erinnert an die staatlichen Rettungen großer Finanzinstitute während der Krise von 2007 bis 2009.
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Wie aus einzelnen Verlusten ein größeres Risiko würde
Schon im August hatte Schmid dafür plädiert, Umfang und Finanzierung des KI-Ausbaus auch mit Blick auf mögliche systemische Risiken zu beobachten.
2 Gemeint ist der Unterschied zwischen einem Verlust, den Beteiligte selbst tragen können, und Schäden, die sich über Kredite oder andere Verpflichtungen auf weitere Unternehmen und Finanzinstitute ausbreiten.
Ein denkbarer Übertragungsweg ist die Projektfinanzierung von Rechenzentren. Solche Kredite werden aus den Einnahmen des jeweiligen Projekts zurückgezahlt. Bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück, könnte die Rückzahlung schwieriger werden. Beruhen viele Projekte auf ähnlichen Annahmen, könnten mehrere Geldgeber zugleich betroffen sein. Das ist ein Risikoszenario – kein Beleg dafür, dass eine solche Kettenreaktion bereits begonnen hat.
Wie breit diese Finanzierungen angelegt sein können, zeigt eine von Reuters unter Berufung auf Nikkei Asia gemeldete Planung: Der japanische Versicherer Nippon Life will 2 Billionen Yen, umgerechnet rund 12,75 Milliarden US-Dollar, in Infrastrukturfinanzierungen investieren. Dazu gehört auch der Bau von Rechenzentren in den USA. Die gesamte Summe ist nicht ausschließlich für KI-Rechenzentren vorgesehen.
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Schmids Vergleich mit der Finanzkrise ist daher vor allem eine Aufforderung, Verflechtungen sichtbar zu machen. Er bedeutet nicht, dass die heutige KI-Finanzierung bereits ebenso anfällig ist wie das Finanzsystem vor 2008. Andere Fed-Vertreter mahnten laut Reuters im August ebenfalls zur Wachsamkeit, hielten eine Krise nach dem Muster des damaligen Immobiliencrashs aber nicht für unmittelbar bevorstehend.
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Zwei Arten von Aufsicht
Japans Finanzaufsicht FSA nimmt die Finanzierung von KI-Rechenzentren durch große Banken und Lebensversicherer genauer unter die Lupe. Sie will unter anderem prüfen, wie die Geldgeber Risiken bei Projekten handhaben, die überwiegend in den USA liegen.
23 In ihren Prioritäten nennt die Behörde zudem Finanzierungen von Rechenzentren und anderen Projekten neben Risiken aus Immobilienkrediten.
20 Das ist Vorsorge gegen mögliche finanzielle Verluste, keine Feststellung, dass diese Kredite bereits ausfallen.
In den USA fordert eine parteiübergreifende Gruppe von 26 Generalstaatsanwältinnen und -anwälten unter Führung der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James umfassende bundesweite Regeln und Sicherheitsvorkehrungen für besonders leistungsfähige KI-Systeme.
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49 Dabei geht es vor allem um Risiken der Systeme selbst, nicht um die Rückzahlung von Rechenzentrumskrediten.
Die Antwort auf Schmids Frage ist offen. Um beurteilen zu können, ob das KI-Ökosystem einmal „too big to fail“ werden könnte, müssen Aufseher verstehen, wer wem gegenüber Verpflichtungen hat – und ob ein Rückschlag über diejenigen hinauswirken würde, die das ursprüngliche Risiko eingegangen sind.
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