Hadjars +0,087 s Rückstand ist der geringste eines Red-Bull-Zweitfahrers seit Ricciardo . Diese Nähe im Qualifying – auch wenn sie sich noch nicht in Siegen oder Podestplätzen niederschlägt – deutet darauf hin, dass er dem RB22 (dem 2026er Auto) das absolute Maximum entlockt. Das Auto selbst ist nicht mehr das dominanteste im Feld wie in früheren Jahren.
Wichtige Einschränkung: Hadjar hat 2026 keine Siege, keine Pole Positions und keine Podestplätze eingefahren . Seine Stärke liegt in der Beständigkeit und der Rundenzeit auf eine Runde – nicht in der Anzahl der Trophäen.
Hadjar hat in 6 von 11 Grands Prix Punkte geholt, dazu zwei Ausfälle . Seine besten Platzierungen:
| Grand Prix | Startplatz | Ziel | Punkte |
|---|---|---|---|
| Monaco | 5. | 4. | 12 |
| Kanada | 7. | 5. | 10 |
| Großbritannien | 5. | 5. | 10 |
| Österreich | 8. | 6. | 8 |
| Barcelona | 6. | 6. | 8 |
Monaco (Lauf 6) war das Highlight. Hadjar qualifizierte sich als Fünfter, kämpfte mit technischen Problemen und einer späten Roten Flagge und überquerte die Ziellinie als Vierter – nur 1,1 Sekunden hinter Pierre Gasly auf dem Podium . Einige Quellen meldeten zunächst einen Podestplatz für Hadjar, doch die endgültige Wertung bestätigte P4 nach einer Überprüfung von Gaslys Position . Trotzdem war seine Punkteausbeute von 12 Zählern die höchste der Saison .
Kanada (Lauf 5) und Großbritannien (Lauf 9): Zwei fünfte Plätze auf sehr unterschiedlichen Strecken – einem Stadtkurs in Montreal und einer Hochgeschwindigkeitsstrecke in Silverstone – was Anpassungsfähigkeit belegt .
Australien (Lauf 1, Debüt): Hadjar qualifizierte sich beeindruckend als Dritter in Melbourne, fiel aber früh mit einem Motorproblem aus . Diese Qualifying-Leistung war ein Ausrufezeichen zum Saisonstart.
Seine durchschnittliche Zielposition über die 9 beendeten Rennen liegt bei etwa Platz 6–7 .
Red Bull Racing ist auf Platz 4 der Konstrukteurs-WM mit 177 Punkten abgerutscht – die schlechteste Position seit 2019 . Die Tabelle nach dem Ungarn-Grand-Prix (Lauf 11) :
| Position | Team | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Mercedes | 379 |
| 2 | Ferrari | 307 |
| 3 | McLaren | 220 |
| 4 | Red Bull Racing | 177 |
| 5 | Racing Bulls | 66 |
| 6 | Alpine | 61 |
Red Bull liegt 202 Punkte hinter Mercedes und 130 Punkte hinter Ferrari zurück . Der RB22 (Auto der neuen 2026er-Regularien) hat den Anschluss an die Spitze verloren und ist nur fünf Punkte vor McLaren . Im Jahresvergleich hat Red Bull nach elf Rennen leicht zugelegt (+15 Punkte gegenüber 2025), aber Mercedes (+170) und Ferrari (+97) haben sich weitaus stärker verbessert .
Racing Bulls liegt auf P5 mit 66 Punkten und führt das Mittelfeld mit fünf Punkten Vorsprung vor Alpine an . Das wäre das beste Konstrukteurs-Ergebnis der Teamgeschichte (bisher beste Platzierung: P6 in den Jahren 2024 und 2008) .
Liam Lawson (43 Punkte) und der Rookie Arvid Lindblad (23 Punkte) haben beide solide beigetragen . Teamchef Alan Permane hat erklärt, dass man erstmals in der Teamgeschichte eine Top-5-Platzierung anstrebt und keine Stallorder erlassen wird .
Die Geschichte von Racing Bulls ist ein Lichtblick im Red-Bull-Nachwuchsprogramm: Zwei Juniorenpiloten punkten regelmäßig und treiben das Team zu seinem besten Ergebnis aller Zeiten, während das Mutterteam mit einem Auto kämpft, das nicht mehr dominiert.
Hadjars Qualifying-Lücke von +0,087 s zu Verstappen ist die geringste, die ein Red-Bull-Teamkollege seit fast einem Jahrzehnt vorweisen kann. Er hat zwar weder gewonnen noch einen Podestplatz erobert, aber diese Nähe auf eine Runde – gepaart mit konstanten Punktplatzierungen – ist echter Fortschritt für einen Sitz, der mehr Karrieren zerstört als gefördert hat.
Die größere Frage 2026 ist nicht, ob Hadjar mit Verstappen mithalten kann (das tut er noch nicht), sondern ob Red Bull ein Auto bauen kann, mit dem beide Fahrer wieder um Siege kämpfen können.