Saudi-Arabiens neue Ölverkäufe können Raffinerien in Asien die Suche nach Rohöl erleichtern. Sie bedeuten aber nicht, dass die Transportprobleme gelöst sind: Laut Bloomberg hat das Königreich seit Mitte der Vorwoche fast 100 Millionen Barrel an asiatische Käufer verkauft, die im Oktober und November durch die Straße von Hormus geliefert werden sollen. Ob die vereinbarten Mengen tatsächlich sicher verladen und zugestellt werden, ist die entscheidende Frage.
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Warum Saudi-Arabien die Route ändern muss
Die Ost-West-Pipeline transportiert saudisches Rohöl quer durch das Land zum Rotmeerhafen Yanbu. Von dort aus kann es exportiert werden, ohne die Straße von Hormus zu passieren. Nach einem Angriff am 10. September wurde die Leitung stillgelegt. Vor der Beschädigung flossen dort Berichten zufolge etwa vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag. Der Ausfall betrifft damit zunächst einen Transportweg – aus der Zahl lässt sich nicht unmittelbar ein gleich hoher Rückgang der Ölförderung ableiten.
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Mit Lieferungen über Hormus kann Saudi-Arabien weiterhin Käufer erreichen, verlagert jedoch einen Teil des Transportrisikos auf die umkämpfte Meerenge. Unter den gemeldeten Käufern sind Raffinerien in China, Indien, Japan und Südkorea.
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Wieder angelaufen heißt nicht wieder voll ausgelastet
Reuters meldete, dass die Pipeline am 22. September wieder in Betrieb genommen wurde. Bis zu einer vollständigen Wiederherstellung könnten dem Bericht zufolge allerdings sechs bis acht Wochen vergehen. Bloomberg hatte zuvor berichtet, Aramco arbeite an einer Umgehung des beschädigten Abschnitts, um zunächst einen Teil der Kapazität zurückzugewinnen. Ein als Ziel genannter deutlicher Anstieg der Durchflussmenge bis zum 26. September ist noch kein Nachweis, dass die Leitung wieder so viel Öl transportiert wie vor dem Angriff.
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Die Aussicht auf eine Erholung der Pipeline hat Sorgen über ausfallende Lieferungen gedämpft und auf die Ölpreise gedrückt. Daraus folgt jedoch weder, dass die Reparatur abgeschlossen ist, noch, dass die Preise dauerhaft nachgeben.
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Was die Verkäufe für Asien bedeuten
Bloomberg zufolge helfen die Geschäfte, eine drohende Versorgungsknappheit in Asien abzuwenden. Berichten zufolge bietet Aramco zudem an, die Lieferung an Kunden zu organisieren. Das könnte Käufern entgegenkommen, die nicht selbst Schiffe in den Persischen Golf entsenden möchten. Die Organisation des Transports beseitigt allerdings weder das Risiko von Verzögerungen noch die Gefahren der Passage.
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Wichtig ist auch die Größenordnung richtig einzuordnen: Die fast 100 Millionen Barrel sind eine insgesamt verkaufte Menge, kein sofortiger täglicher Zuwachs. Gleichmäßig auf Oktober und November verteilt, entsprächen 100 Millionen Barrel rund 1,64 Millionen Barrel pro Tag. Aus der Verkaufszahl allein geht nicht hervor, welcher Teil zusätzlich zu bereits erwarteten Exporten geliefert wird.
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Für Raffinerien und Ölmärkte zählt deshalb die Abfolge: verkauft, verladen, angekommen. Die Abschlüsse können die Erwartungen bereits verbessern. Dauerhafte Entlastung hängt davon ab, dass die Pipeline verlässlich Öl befördert und die Tanker ihre Fahrten durch Hormus abschließen können.
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