Auch beim Laden legt Samsung zu. Kabelgebunden steigt die Leistung von 25 auf 45 Watt, kabellos von 15 auf 20 Watt. Das ist im Alltag willkommen, bleibt aber hinter den schnellsten Ladesystemen im Premium-Foldable-Segment zurück.
Am Grundrezept ändert Samsung wenig. Das Fold 8 Ultra besitzt weiterhin ein rund 8 Zoll großes Innendisplay, ein 6,5-Zoll-Außendisplay und das bekannte Buchformat. Mehrere Tester beschreiben das Smartphone deshalb als seinem Vorgänger sehr ähnlich – auch wenn das Gehäuse geringfügig dünner ausfällt und Samsung Scharnier und Falz überarbeitet hat.
Diese Änderungen sind bei der Nutzung durchaus spürbar. Das Scharnier klappt flacher zu, und die Falz fällt weniger stark auf. Dadurch wirkt das Gerät reifer und hochwertiger, ohne das grundlegende Bedienkonzept zu verändern. Für Käufer, die erstmals ein Foldable ausprobieren, ist das ein überzeugendes Gesamtpaket. Für Fold-7-Besitzer wirkt es dagegen eher wie Evolution statt Revolution.
Ein wichtiger Pluspunkt bleibt das große Außendisplay. Mit 6,5 Zoll lässt es sich im geschlossenen Zustand deutlich konventioneller bedienen als ein schmaler Cover-Screen. Aufgeklappt bietet das 8-Zoll-Panel die tabletartige Arbeitsfläche, die den Reiz der Fold-Reihe ausmacht.
Samsung hebt die Auflösung der Ultraweitwinkelkamera von 12 auf 50 Megapixel an. Die 200-MP-Hauptkamera und die 10-MP-Telekamera mit dreifachem optischem Zoom bleiben erhalten. Das neue Ultraweitwinkel ist damit eine der substanzielleren Kamera-Verbesserungen dieser Generation und liefert laut den frühen Tests gute Ergebnisse.
Der Haken: Die Telekamera bleibt unverändert. Bei einem Einstiegspreis von 2.099 Dollar wirkt das Kamerasystem des teuersten Samsung-Smartphones dadurch weniger vollständig, als Käufer erwarten könnten. Die Vielseitigkeit nimmt zu, doch der Abstand zu den stärksten Kamera-Flaggschiffen und einigen konkurrierenden Foldables schrumpft nicht vollständig.
Auch der weiterhin außermittig platzierte Kamerabuckel ist nicht ideal. Auf einer ebenen Fläche kann das Telefon dadurch wackeln. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das ein kleines, aber sichtbares Detail, das den Eindruck von Kompromissen verstärkt.
Das Galaxy Z Fold 8 Ultra startet in den USA mit 2.099 Dollar für 256 GB Speicher – 100 Dollar mehr als das Vorgängermodell zum Marktstart. Dadurch fallen alle unveränderten Elemente stärker ins Gewicht: die Telekamera, das bekannte Gehäuse und die weiterhin nicht führende Schutzklasse.
Die Kritik der Tester lautet nicht, dass das Ultra ein schlechtes Smartphone wäre. Im Gegenteil: Es wird häufig als eines der besten Foldables überhaupt bewertet. Das Problem ist vielmehr, dass Samsung ein bereits vertrautes Produkt verfeinert, während die größten Nachteile – hoher Preis, begrenzter Kamerafortschritt und Lücken beim Schutz vor Staub und Wasser – bestehen bleiben.
Das Gerät trägt die Schutzklasse IP48. Damit ist es gegen bestimmte feste Fremdkörper und Wasser geschützt, bleibt beim Staubschutz aber hinter einigen Konkurrenten zurück. Wer mehr als 2.000 Dollar für ein Falt-Smartphone ausgibt, kauft schließlich nicht nur einen größeren Bildschirm, sondern auch möglichst viel Vertrauen in die Alltagstauglichkeit und Langlebigkeit.
Trade-in-Angebote und Mobilfunk-Rabatte können den tatsächlichen Kaufpreis deutlich senken. Am Listenpreis ändert das jedoch wenig: Das Fold 8 Ultra bleibt ein Luxusprodukt, dessen Gegenwert stark davon abhängt, wie wichtig Samsungs Software, Ökosystem und Buchformat für den jeweiligen Käufer sind.
Das stärkste Kaufargument gilt für Umsteiger von älteren Fold-Modellen und für Menschen, die erstmals ein Foldable kaufen. Sie erhalten:
Für diese Zielgruppe ist das Ultra ein reifes und leistungsfähiges Foldable mit deutlich weniger Kompromissen im täglichen Einsatz als frühere Generationen.
Für Besitzer des Galaxy Z Fold 7 fällt die Upgrade-Rechnung am schwächsten aus. Der größere Akku, das schnellere Laden und die bessere Ultraweitwinkelkamera sind echte Verbesserungen. Design und grundlegendes Nutzungserlebnis liegen aber nah genug am Vorgänger, dass der Wechsel nicht transformativ ausfällt.
Wer mit der Akkulaufzeit des Fold 7 gut zurechtkommt, fährt mit Abwarten wahrscheinlich vernünftiger. Ein Upgrade lässt sich vor allem dann begründen, wenn längere Ausdauer, schnelleres Laden oder die Ultraweitwinkelkamera ein konkretes Problem lösen.
Auch Käufer, denen maximaler Schutz oder die vollständigste Kameraausstattung besonders wichtig sind, sollten vor dem Kauf von 2.099 Dollar konkurrierende Foldables vergleichen. Samsungs ausgereifte Software bleibt ein großer Vorteil. Beim Laden, bei der Bauform und insbesondere beim Staubschutz setzen andere Hersteller die Messlatte jedoch höher.
Das Fold 8 Ultra erscheint in einer wachsenden und zunehmend umkämpften Produktkategorie. Omdia erwartet bis 2028 ein jährliches Wachstum von mehr als 20 Prozent und weltweit 36 Millionen ausgelieferte Foldables. Zugleich zeigen auf Omdia-Daten basierende Berichte, dass Huawei im ersten Halbjahr 2026 bei Foldables im Buchformat weltweit 57 Prozent der Auslieferungen stellte, während Samsung auf 18 Prozent kam.
Dieser Markt-Kontext erklärt, warum das ausgereifte, aber konservative Fold 8 Ultra gleichzeitig beeindruckend und unzureichend wirken kann. Samsung verbessert die Grundlagen, doch die Konkurrenz macht Käufer immer weniger bereit, Kompromisse bei Kamera, Ladegeschwindigkeit und Schutz zu akzeptieren.
Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist eine klare Empfehlung für Einsteiger in die Foldable-Welt und für Besitzer älterer Samsung-Folds, die eine zuverlässige Ganztags-Akkulaufzeit, ein großes Außendisplay und ausgereifte Software suchen. Der 5.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku, 45-W-Laden und die 50-MP-Ultraweitwinkelkamera sind sinnvolle Verbesserungen.
Bei 2.099 Dollar ist es jedoch kein automatisches Upgrade vom Galaxy Z Fold 7. Das vertraute Design, die unveränderte Telekamera, der wackelnde Kamerabuckel und die Schutzklasse IP48 verhindern, dass sich das Ultra wie ein kompletter Neuanfang anfühlt. Die frühen Tests zeichnen daher ein klares Bild: Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist Samsungs bislang beste Version der etablierten Fold-Idee – aber nicht zwangsläufig das Foldable mit dem besten Gegenwert.