Malaysia musste nun weiter auf ein Comeback hoffen, fand gegen die vietnamesische Defensive aber kaum noch Lösungen. In der 89. Minute setzte sich Xuân Son auf der linken Seite mit seiner Physis gegen einen Verteidiger durch und schloss aus spitzem Winkel ab. Der Ball ging durch die Beine von Azri Ghani zum 2:0 ins Netz.
Auch die übrigen Wechsel halfen Vietnam, die Kontrolle über die Partie zu behalten. Auf der anderen Seite verhinderte Torhüter Patrik Lê Giang mit wichtigen Paraden, dass Malaysia noch einmal herankam. Vietnam blieb in beiden Halbfinalspielen ohne Gegentor.
Mit seinen beiden Treffern im Rückspiel kommt Xuân Son im laufenden Wettbewerb auf fünf Tore. Damit liegt er nach dem Spiel gleichauf mit seinem vietnamesischen Teamkollegen Nguyễn Đình Bắc an der Spitze der Torschützenliste.
Xuân Son hatte bereits im Hinspiel in Kuala Lumpur getroffen: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erzielte er die Führung per spektakulärem Flugkopfball. Ein spätes Eigentor von Faris Danish besiegelte anschließend den 2:0-Erfolg Vietnams.
Der Stürmer war damit direkt an drei der vier vietnamesischen Halbfinaltore beteiligt. Der vierte Treffer fiel durch das Eigentor von Faris Danish.
Der Sieg im Hinspiel hatte Vietnams Serie ohne Niederlage unter Kim Sang-sik bereits auf 23 Länderspiele anwachsen lassen. Durch den Erfolg in Hanoi baute die Mannschaft diese Serie auf 24 Partien aus.
Gleichzeitig erreichte Vietnam zum dritten Mal in Folge das Finale des ASEAN Hyundai Cup. Die Mannschaft überzeugte im Halbfinale vor allem durch ihre Abgeklärtheit: Auswärts wurde ein komfortabler Vorsprung erspielt, zu Hause blieb das Tor sauber, und im Rückspiel erhöhte Vietnam erst nach der Pause das Tempo, um die Entscheidung herbeizuführen.
Malaysia musste nach der Niederlage im Hinspiel im Rückspiel mit mindestens drei Toren Unterschied gewinnen. Entsprechend groß war der Druck auf die Mannschaft, die im ersten Durchgang zumindest den Rückstand nicht weiter anwachsen ließ. Mit dem 0:0 zur Pause blieb die Aufholjagd rechnerisch möglich.
Nach dem ersten Gegentor fand Malaysia jedoch keine Antwort mehr. Berichte vor dem Rückspiel beschrieben die Mannschaft als von Verletzungen geschwächt. Welche Spieler genau fehlten und wie stark sich die einzelnen Ausfälle auf die Partie auswirkten, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen allerdings nicht verlässlich bestimmen.
Im Endspiel trifft Vietnam auf Thailand. Das Finale wird ebenfalls in zwei Partien ausgetragen; das Hinspiel ist für den 22. August angesetzt. Ein bestätigter Spielort für diese Begegnung sowie Datum und Austragungsort des Rückspiels lagen in den verfügbaren Angaben noch nicht vor.
Vietnam geht mit einem 4:0-Halbfinalsieg, zwei Zu-null-Spielen und einem Xuân Son in Topform in das Endspiel. Gegen Thailand wird der Titelverteidiger diese starke Ausgangslage nun allerdings in einer deutlich anspruchsvolleren Aufgabe bestätigen müssen.