Ulanqabs Wettbewerbsvorteil ist die Kombination aus 4,2 Millisekunden Glasfaserlaufzeit nach Peking und Strompreisen von etwa 0,33 bis 0,36 Yuan pro Kilowattstunde – nicht allein billige Energie.[15][37] Bis Juni 2026 waren rund 12,5 GW Rechenzentrumskapazität zugesagt; die laufende Rechenleistung lag bei etwa 165 E...
Forschungsantwort

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Ulanqab in der Inneren Mongolei entwickelt sich zu einem der wichtigsten KI-Infrastrukturstandorte im asiatisch-pazifischen Raum. Die Stadt löst dabei zwei Probleme gleichzeitig: Sie liegt nahe genug an Peking für latenzempfindliche Anwendungen, verfügt aber über mehr Land und deutlich günstigere erneuerbare Energie als viele Standorte an Chinas Ostküste.
Die Glasfaserlaufzeit zur Hauptstadt wird mit rund 4,2 Millisekunden angegeben. Gleichzeitig verfügt Ulanqab über mehr als 20 GW installierte erneuerbare Energien, mehr als 3.200 Sonnenstunden pro Jahr und einen Ökostromanteil von etwa 67 Prozent.15
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Das erklärt, warum Ulanqab zunehmend als „Token-Fabrik“ bezeichnet wird. Gemeint ist damit nicht ein einzelner Mega-Standort, sondern der Aufbau eines vollständigen Betriebssystems für KI-Rechenleistung: Erzeugung erneuerbarer Energie, direkte Stromanschlüsse, Speicher, Kühlung, Netzwerkinfrastruktur und Rechenzentren sollen in einer Region zusammenwirken.
Ulanqab ist weit genug von Peking entfernt, um mehr Fläche und Energiekapazität bereitzustellen, aber nah genug, um mit den Cloud-, Unternehmens- und Technologiemärkten der Hauptstadt verbunden zu bleiben. Eine gemeldete Glasfaserlaufzeit von 4,2 Millisekunden macht die Stadt auch für latenzempfindliche Ausweichkapazitäten und Online-KI-Anwendungen interessant – nicht nur für zeitunkritisches Modelltraining.37
Diese Kombination passt zu Chinas Strategie „East Data, West Computing“, bei der besonders energieintensive Rechenlasten in Regionen mit mehr Strom- und Flächenreserven verlagert werden. Leistungsfähige Netze sollen die Nachfrage in den östlichen Metropolen trotzdem bedienen. Ulanqabs Anbindung macht diesen Kompromiss für Kunden mit Bezug zu Peking praktikabler.32
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KI-Rechenzentren sind besonders stark von den Stromkosten abhängig. Hochleistungsbeschleuniger arbeiten mit hoher Leistungsdichte und oft rund um die Uhr. Für Ulanqab werden Strompreise von ungefähr 0,33 bis 0,36 Yuan pro Kilowattstunde genannt. Zusammen mit den Wind- und Solarressourcen verschafft das Betreibern einen Kostenvorteil gegenüber vielen Standorten an der Ostküste.36
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Auch regulatorisch passt das Modell zum Kurs Chinas. Für neue KI-Rechenzentren gilt Berichten zufolge die Vorgabe, mindestens 80 Prozent ihres Stroms aus grünen Quellen zu beziehen. Bei neuen Projekten in Ulanqab soll dieser Anteil bereits über 86 Prozent liegen.27 Direkte Verbindungen zu erneuerbaren Kraftwerken sowie sogenannte „Source-Grid-Load-Storage“-Projekte sollen Erzeugung, Stromnetz, Verbraucher und Speicher enger miteinander verknüpfen.
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Ein weiterer Vorteil ist das Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur Ulanqabs wird mit etwa 4,3 °C angegeben. Natürliche Kühlung kann dadurch einen großen Teil des Jahres genutzt werden und den Energiebedarf für die Abfuhr der Wärme aus dicht bestückten Rechenzentren senken.53
Die Expansionszahlen sind beeindruckend – müssen aber danach unterschieden werden, was sie tatsächlich messen:
Diese Werte sind nicht austauschbar. Gigawatt beschreiben elektrische Leistung, PFLOPS beziehungsweise EFLOPS die Rechenleistung und Megawatt genutzte elektrische Last. Besonders wichtig: Die Zahl von 12,5 GW umfasst geplante und bereits laufende Projekte. Sie bedeutet nicht, dass in Ulanqab bereits 12,5 GW KI-Infrastruktur in Betrieb sind.27
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Das Ökosystem umfasst Rechenzentrumsbetreiber, Infrastrukturunternehmen, Internetplattformen und Entwickler von KI-Modellen. Als wichtige Infrastrukturakteure werden GDS Holdings, VNET Group und Envision genannt. Bei den Modellunternehmen tauchen DeepSeek und Kimi auf; Tencent und ByteDance gehören zu den großen Plattformkunden, die mit dem Cluster in Verbindung gebracht werden.33
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DeepSeek soll außerdem planen, in Ulanqab rund 1 GW zusätzliche Rechenkapazität aufzubauen – teils in eigenen Anlagen, teils über angemietete Kapazitäten. Ein Teil davon könnte ab Ende 2027 oder Anfang 2028 verfügbar werden, wie unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet wurde.17
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Das ist bislang eine gemeldete Absicht und keine bestätigte Betriebskapazität. DeepSeek hat das Projekt laut den verfügbaren Berichten nicht öffentlich bestätigt. Auch die genaue Chipausstattung und die Frage, worauf sich die 1-GW-Angabe konkret bezieht, sind unklar.45
Envisions Xinghe Campus – international auch Galaxy Campus genannt – ist das sichtbarste Beispiel für Ulanqabs Strategie. Im Zentrum steht ein 120.000 Quadratmeter großes KI-Rechenzentrum. Das entspricht ungefähr der Fläche von 20 Standardfußballfeldern. Der Standort soll auf mehr als 2 GW Leistung ausgebaut werden und Platz für bis zu eine Million KI-Beschleuniger bieten.3
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Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe des Gebäudes. Envision stellt den Campus als integriertes Energie- und Rechensystem dar: Erneuerbare Erzeugung, direkte Ökostromversorgung, Speicher, Leistungselektronik und hochdichte KI-Rechenleistung sollen zusammen geplant und betrieben werden.3
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Die erste Ausbaustufe ist kleiner als das Enddesign. Ein Bericht aus der Energiebranche beschreibt zunächst eine Phase mit 120 MW, die lokalen Technologieunternehmen zugeteilt worden sei. Der gesamte Campus soll später auf bis zu 2 GW wachsen.14 Ein Rechenzentrum kann also bereits in Betrieb gehen, während seine volle Strom- und Beschleunigerkapazität noch Zukunftsmusik ist.
Wind- und Solarstrom liefern nicht automatisch genau dann Energie, wenn das Training großer KI-Modelle sie benötigt. Große Beschleuniger-Cluster können zudem gleichzeitige und abrupte Laständerungen erzeugen. Das stellt besondere Anforderungen an Transformatoren, Leistungselektronik und Netzsteuerung.48
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Speicher sind deshalb mehr als ein grünes Zusatzmerkmal. Sie können überschüssigen Wind- und Solarstrom aufnehmen, bei schwacher Erzeugung Energie abgeben und schnell auf Veränderungen der Rechenlast reagieren. Envisions Ansatz sieht Speicher auf mehreren Zeitskalen vor: von längerfristigem Ausgleich bis zur schnellen Stabilisierung der Stromqualität in dicht gepackten KI-Systemen.51
Ebenso wichtig sind Übertragung und Netzanschluss. Erneuerbare Energie hat erst dann einen wirtschaftlichen Wert für einen Betreiber, wenn Leitungen, Umspannwerke und das übergeordnete Netz sie zuverlässig bis zu den Server-Racks bringen können. Der Engpass könnte deshalb irgendwann weniger bei Fläche und Erzeugung liegen als bei Netzanschlüssen und der Stromqualität.22
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Der Zeitraum ab 2028 dürfte ein wichtiger Realitätscheck werden. Dann könnte ein Teil der für DeepSeek gemeldeten Kapazität ans Netz gehen. Es würde sich zeigen, ob Ulanqab angekündigte Projekte in zuverlässig betriebene und kommerziell genutzte Rechenleistung verwandeln kann.17
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Die größere Prüfung ist noch anspruchsvoller: Die Stadt muss Beschleuniger beschaffen, Bauprojekte fertigstellen, dauerhaft zahlende Kunden gewinnen, die Übertragungskapazität ausbauen und eine stark auf erneuerbaren Energien beruhende Stromversorgung rund um die Uhr stabil halten.
Ulanqabs Wettbewerbsvorteil lässt sich daher am besten als Systemvorteil verstehen: eine Anbindung auf Peking-Niveau trifft auf günstige erneuerbare Energie und eine Infrastruktur, die auf das besondere Lastprofil von KI zugeschnitten ist. Wenn Speicher und Netzintegration mit dem Ausbau Schritt halten, könnte Ulanqab zu einem dauerhaften Beispiel dafür werden, wie erneuerbare Energieregionen das Wachstum der KI ermöglichen. Andernfalls bleibt die Schlagzeile von 12,5 GW vorerst eine Projektpipeline – und keine funktionierende „Token-Fabrik“.
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Ulanqabs Wettbewerbsvorteil ist die Kombination aus 4,2 Millisekunden Glasfaserlaufzeit nach Peking und Strompreisen von etwa 0,33 bis 0,36 Yuan pro Kilowattstunde – nicht allein billige Energie.[15][37]
Ulanqabs Wettbewerbsvorteil ist die Kombination aus 4,2 Millisekunden Glasfaserlaufzeit nach Peking und Strompreisen von etwa 0,33 bis 0,36 Yuan pro Kilowattstunde – nicht allein billige Energie.[15][37] Bis Juni 2026 waren rund 12,5 GW Rechenzentrumskapazität zugesagt; die laufende Rechenleistung lag bei etwa 165 EFLOPS, während der Stromverbrauch der Rechenzentren im ersten Halbjahr um rund 90 Prozent zulegte.[27][3...
Envisions Galaxy Campus zeigt das geplante Modell: ein 120.000 Quadratmeter großes KI Rechenzentrum mit mehr als 2 GW geplanter Leistung und Platz für bis zu eine Million KI Beschleuniger.[3][14][21]