Nach Angaben lokaler Behörden wurden mindestens vier Menschen getötet – drei im Moskauer Gebiet und eine weitere Person in der Grenzregion Belgorod nahe der Ukraine. Insgesamt wurden rund zwölf Menschen verletzt.
Auch in der Nähe kritischer Infrastruktur wurden Drohnenteile entdeckt. Trümmer landeten unter anderem am internationalen Flughafen Scheremetjewo, ohne jedoch größere Schäden zu verursachen.
Ukrainische Militär‑ und Sicherheitsbehörden erklärten, die Operation habe Einrichtungen getroffen, die mit Russlands Rüstungsindustrie und Treibstoffversorgung verbunden sind.
Genannte Ziele waren unter anderem:
Solche Angriffe sind Teil der ukrainischen Strategie, mit weitreichenden Drohnen Rüstungsproduktion, Energieversorgung und militärische Logistik tief im russischen Hinterland zu stören.
Ukrainische Behörden meldeten außerdem Angriffe in der von Russland kontrollierten Krim. Ziel sei Infrastruktur rund um den Militärflugplatz Belbek gewesen.
Nach ukrainischen Angaben richteten sich die Schläge gegen militärische Anlagen und Luftverteidigungssysteme in Verbindung mit der Basis. Unabhängige Bestätigungen über konkrete Schäden an Luftabwehrsystemen lagen in den ersten Berichten jedoch nur begrenzt vor.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe 556 ukrainische Drohnen über Nacht abgeschossen, weitere seien am Morgen abgefangen worden.
Die Abfangaktionen fanden laut russischen Angaben über mehr als einem Dutzend Regionen sowie über Gewässern des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres statt. Behörden bezeichneten die Angriffswelle als eine der größten ukrainischen Drohnenoffensiven seit Beginn der großangelegten Invasion im Jahr 2022.
Regionale Behörden berichteten außerdem über Schäden an Wohngebäuden in Vororten von Moskau – ein Hinweis darauf, dass selbst abgefangene Drohnen oder herabfallende Trümmer weiterhin Schäden verursachen können.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Operation und bezeichnete sie als Reaktion auf Russlands fortgesetzte Angriffe auf ukrainische Städte.
Er erklärte, die ukrainischen Gegenmaßnahmen gegen Russlands Kriegsführung und Angriffe auf zivile Gebiete seien „vollständig gerechtfertigt“.
Seine Aussage erfolgte wenige Tage nach schweren russischen Raketen‑ und Drohnenangriffen auf Kyjiw, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Ukrainische Vertreter erklärten, die neuen Langstreckenangriffe sollten zeigen, dass auch russisches Territorium Konsequenzen für fortgesetzte Angriffe auf ukrainische Städte tragen werde.
Die Angriffswelle vom 16.–17. Mai zeigt, wie sich der Krieg zunehmend zu einem Wettlauf bei Langstrecken‑Drohnen entwickelt hat. Beide Seiten greifen Infrastruktur weit hinter der Front an.
Während Russland weiterhin massive Raketen‑ und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte durchführt, versucht die Ukraine zunehmend, russische Energieanlagen, Rüstungsfabriken und Logistikzentren tief im Hinterland zu treffen.
Auch wenn Moskau betonte, den Großteil der Drohnen abgefangen zu haben, verdeutlicht die Größe der Angriffswelle – und die Tatsache, dass Ziele rund um die russische Hauptstadt betroffen waren – die wachsende Reichweite ukrainischer Drohnenfähigkeiten.
Comments
0 comments