Europas Börsen gerieten am Freitag, dem 6. November, in den Sog des weltweiten Ausverkaufs bei Technologie- und KI-Aktien. Der STOXX 600 gab sein Wochenplus ab, und auch die großen nationalen Indizes schlossen im Minus. Weil der europäische Leitindex weniger stark von KI-Aktien geprägt ist als die Märkte in den USA und Asien, fiel die Belastung vergleichsweise geringer aus – vor dem globalen Verkaufsdruck schützte das Europa jedoch nicht.
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Der Wochengewinn des STOXX 600 war dahin
Wie stark der STOXX 600 nachgab, hängt vom Zeitpunkt der jeweiligen Zwischenbilanz ab: Ein früher Bericht meldete um 08.10 Uhr GMT ein Minus von 1,6 Prozent, ein weiterer um 09.19 Uhr GMT einen Rückgang von 1 Prozent. Beide hielten fest, dass der Index damit seine Wochengewinne eingebüßt hatte.
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Der Verkaufsdruck erfasste viele Branchen. Medien-, Gesundheits- und Einzelhandelsaktien verloren laut einem frühen Bericht jeweils mehr als 2 Prozent. In einem späteren Marktbericht führten Versicherungswerte die breit angelegten Verluste an. Auch Technologiewerte standen unter Druck; in dieser späteren Momentaufnahme fielen sie jedoch weniger stark.
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Zum Handelsschluss lagen die großen Indizes trotz einer Erholung der US-Aktienmärkte im Minus: Der DAX verlor 1,92 Prozent, der CAC 40 gab 0,81 Prozent nach und der FTSE 100 sank um 1,01 Prozent.
37 Der britische Leitindex hatte im Tagesverlauf zeitweise 2,35 Prozent verloren, bevor er einen Teil des Rückgangs wettmachte.
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Aktien einzelner Unternehmen: KI-Sorgen und Unternehmensnachrichten
In frühen Berichten lagen die chipnahen Aktien von Siltronic und ASMI im Minus. Auch Schneider Electric und Siemens Energy gaben zunächst leicht nach.
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55 Im Tagesverlauf änderte sich das Bild: Zum Handelsschluss lag Siltronic 0,56 Prozent tiefer, ASMI 2,73 Prozent im Minus. Siemens Energy gewann dagegen 2,81 Prozent.
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Besonders stark unter Druck stand Teleperformance. Das Unternehmen senkte seine Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr. Reuters berichtete im Tagesverlauf von einem Kursverlust von 15,3 Prozent; eine andere Reuters-Meldung nannte einen Rückgang von 18 Prozent. Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Berichten während einer schwankungsreichen Sitzung und sind keine einheitliche Schlussnotierung.
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Warum Europas Börsen vergleichsweise weniger anfällig waren
Reuters führte die im Wochenvergleich geringere Belastung des STOXX 600 gegenüber Wall Street und den asiatischen Märkten auf dessen niedrigere Gewichtung von KI-Aktien zurück.
6 Das erklärt, warum Europa dem unmittelbaren Druck auf KI- und Technologiewerte weniger stark ausgesetzt war. Die geringere Gewichtung konnte jedoch weder die globale Risikoaversion noch die Sorge um Ausgaben für KI-Infrastruktur ausräumen.
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Im Mittelpunkt stand die Befürchtung, die Kontrolle der Demokraten über den US-Kongress könne eine strengere Prüfung oder Einschränkungen für Investitionen in KI-Rechenzentren nach sich ziehen. Zugleich zweifelten Anleger an den Erträgen hoher KI-Ausgaben und sorgten sich über ambitionierte Bewertungen und kreditfinanzierte Expansion.
2 Dabei ging es um mögliche politische und wirtschaftliche Veränderungen – nicht um bereits beschlossene Einschränkungen.
Der Ausverkauf in den USA gab die Richtung vor
Am Donnerstag, dem 5. November, waren die Verluste an den US-Börsen deutlich schärfer. Der Nasdaq verlor 5,5 Prozent und rutschte damit in den Korrekturbereich; der S&P 500 gab 4,4 Prozent nach. Der Philadelphia Semiconductor Index brach um 12,2 Prozent ein – laut einem Bericht der stärkste Tagesverlust seit 2020.
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Reuters zufolge vernichteten Sorgen um den KI-Boom fast drei Billionen US-Dollar an Börsenwert bei Unternehmen des S&P 500. Anleger suchten zugleich Sicherheit in Anleihen.
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49 Das hilft zu erklären, weshalb der Verkaufsdruck in Europa viele Branchen erfasste, obwohl der Kontinent weniger direkt von KI-Aktien abhängig war.
Die europäische Sitzung am Freitag zeigte daher eine relative Widerstandskraft, aber keine Unabhängigkeit vom globalen Trend: Der STOXX 600 verlor sein Wochenplus, die großen Regionalindizes schlossen tiefer und Unternehmensnachrichten wie die Prognosesenkung von Teleperformance verstärkten bei einzelnen Aktien den Druck.