Bei der ersten Hotlotz-Auktion von Handtaschen und Accessoires, die im Zusammenhang mit Singapurs Geldwäschefall im Umfang von rund 3 Milliarden Singapur-Dollar eingezogen worden waren, blieb kein Los übrig: Alle 337 Positionen wurden bis zum Auktionsschluss am 20. September 2026 verkauft. Die gemeldete Gesamtsumme überstieg 1,1 Millionen Singapur-Dollar (S$). Wenige Tage zuvor hatte eine Auktion von Immobilien mit Bezug zu demselben Fall dagegen keine Gebote erhalten.
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81 Gebote für die Kürbistasche
Das begehrteste Los war eine limitierte, kürbisförmige Tasche aus der Zusammenarbeit von Louis Vuitton und der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Sie erhielt 81 Gebote – mehr als jedes andere Stück der Taschenauktion. Nach einem rund 30-minütigen Bieterwettstreit lag das Schlussgebot bei S$87.000; geschätzt worden war die Tasche zuvor auf S$12.000 bis S$16.000. Ein Bericht nennt 42 Gebote in der Schlussphase. Wie genau mögliche automatische Verlängerungen der Gebotsfrist ausgelöst wurden und wie lange sie dauerten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
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Auch andere Ergebnisse lagen über den Schätzungen: Eine Chanel-Mini-Flap-Bag von 2020 aus hellbeigem Ziegenleder mit Strassbesatz erzielte nach 28 Geboten S$15.000 statt der erwarteten S$4.000 bis S$5.000. Für einen mit Diamanten besetzten Doppelkreuz-Anhänger von Chrome Hearts wurden Berichten zufolge S$11.000 gezahlt; seine Schätzung hatte bei S$1.000 bis S$1.500 gelegen.
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Über Schätzpreis heißt nicht über Wiederverkaufswert. Die genannten Zahlen zeigen, was in dieser Auktion geboten wurde. Vergleichbare Verkäufe auf dem Wiederverkaufsmarkt oder belastbare Angaben zu den Motiven einzelner Käufer liegen in den angeführten Quellen nicht vor.
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Zum Zuschlag kam ein Aufgeld
Für genau diese Taschenauktion setzte Hotlotz ein Käuferaufgeld von 20 Prozent einschließlich GST, der singapurischen Steuer auf Waren und Dienstleistungen, fest. Beim Schlussgebot von S$87.000 für die Kürbistasche ergäbe das S$104.400 auf der Rechnung, bevor etwaige weitere Kosten hinzukommen. Die 30 Prozent Aufgeld, die Hotlotz für eine andere Modeauktion nannte, galten hier nicht.
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Die gemeldeten mehr als S$1,1 Millionen sind deshalb nicht mit dem Nettoerlös für den Staat gleichzusetzen. Eine abschließende Aufschlüsselung von Aufgeldern, Verwertungskosten und Nettoerlösen für die 337 Lose liegt in den zitierten Berichten nicht vor.
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Erst ein Teil der Verwertung
Zum Auftaktprogramm gehörte auch eine getrennte Auktion von 286 Losen mit hochwertigem Schmuck. Die Polizei Singapurs beauftragte Deloitte Singapore mit der Verwertung eingezogener Sachwerte, darunter mehr als 1.000 Luxusartikel und mehr als 80 Immobilien. Hotlotz plante seine Online-Auktionen für Luxusgüter bis Mai 2027; Deloitte beschrieb die gesamte schrittweise Verwertung als Vorhaben bis Mitte 2027.
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Der vollständige Verkauf der Taschen und die Immobilienauktion ohne Gebot sind somit zwei unterschiedliche Zwischenergebnisse – noch keine Bilanz der gesamten Verwertung. Die Nettoerlöse fließen in Singapurs Staatsfonds.
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