In Taiwan lösten diese Aussagen Sorgen aus, Washington könnte seine Unterstützung möglicherweise in größeren geopolitischen Verhandlungen einsetzen.
Lai reagierte deshalb öffentlich und stellte klar, dass Taiwan kein geopolitisches Tauschobjekt sei.
In seiner Botschaft betonte der Präsident, dass die Zukunft der Insel ausschließlich von ihren eigenen Bürgerinnen und Bürgern entschieden werden müsse.
Taiwan werde unter Druck weder seine Souveränität, noch seine Würde, sein demokratisches System oder seine „freie Lebensweise“ aufgeben, erklärte er. Ebenso könne der Status der Insel nicht von anderen Staaten in diplomatischen Gesprächen festgelegt werden.
Die Botschaft richtete sich sowohl an Washington als auch an Peking: Taiwan begrüßt internationale Partnerschaften – lehnt jedoch ab, dass über seine Zukunft ohne Beteiligung der eigenen Bevölkerung entschieden wird.
Ein zentraler Teil von Lais Stellungnahme war die Verteidigung der militärischen Kooperation mit den Vereinigten Staaten.
Er bezeichnete Waffenlieferungen aus den USA als „wichtigste Abschreckung“ gegen Konflikte und Instabilität in der Region. Sie trügen dazu bei, Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße zu erhalten.
US‑Waffenverkäufe an Taiwan basieren auf amerikanischem Recht und sind seit Jahrzehnten ein Kernbestandteil der Sicherheitsstrategie der Insel.
Zuletzt hatte Washington ein Rekord‑Waffenpaket im Wert von 11 Milliarden US‑Dollar genehmigt. Gleichzeitig wird ein weiteres mögliches Paket von rund 14 Milliarden Dollar noch geprüft.
Lai sprach auch die Beziehungen zu China an.
Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und hat wiederholt erklärt, eine Wiedervereinigung notfalls auch mit militärischer Gewalt durchsetzen zu können.
Der taiwanische Präsident argumentierte, dass Druck und Drohungen aus China – etwa militärische Aktivitäten und diplomatischer Druck – die Hauptursache für Instabilität in der Region seien. Zugleich stellte er Taiwans Politik als defensiv dar: Ziel sei Abschreckung und Stabilität, nicht Provokation.
Die Stellungnahme macht deutlich, wie Taiwan seine Rolle im geopolitischen Spannungsfeld definiert:
Insgesamt sendet Taiwan damit ein klares Signal: Es sucht internationale Partnerschaften, lehnt aber entschieden ab, dass seine politische Zukunft zum Gegenstand geopolitischer Deals zwischen größeren Mächten wird.
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