Im Oktober 2026 geriet SoftBank an den Märkten stärker unter Druck. Anleger sorgten sich darum, wie der japanische Konzern seine großen KI-Ambitionen und eine mögliche bedeutende Übernahme finanzieren würde. Am 20. Oktober stieg der Spread der fünfjährigen Credit Default Swaps (CDS) auf 432 Basispunkte – den höchsten Stand seit Anfang November 2022. Nachdem der Spread eine Woche zuvor die Marke von 400 Basispunkten überschritten hatte, legte er um mehr als 30 Basispunkte zu.
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Ein CDS lässt sich vereinfacht als Kreditausfallschutz verstehen: Steigt sein Preis, wird es teurer, sich gegen einen Zahlungsausfall des betreffenden Schuldners abzusichern. Der Anstieg zeigt also größere Sorge am Markt, ist für sich genommen aber kein Beleg dafür, dass ein Ausfall unmittelbar bevorsteht.
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Warum die Finanzierung in den Fokus rückte
Bloomberg brachte den Anstieg der CDS mit dem erwarteten Finanzierungsbedarf für KI-bezogene Investitionen und einer möglichen großen Übernahme in Verbindung.
1 Zugleich wuchs die Aufmerksamkeit für die Schulden, mit denen Teile der KI-Infrastruktur finanziert werden. Der US-Cloudanbieter CoreWeave hatte zwar Verträge im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar mit großen Technologieunternehmen abgeschlossen, stützte seinen raschen Ausbau aber stark auf Private-Credit-Investoren, Banken und Anleihemärkte.
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Das liefert einen Kontext für die allgemeine Nervosität rund um die Finanzierung des KI-Ausbaus. Die verfügbaren Quellen belegen jedoch nicht, dass CoreWeaves finanzielle Lage SoftBanks Marktbewegungen direkt ausgelöst hätte oder dass beide Unternehmen vergleichbare Risiken tragen.
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Auch mögliche neue Finanzierungszusagen rückten in den Blick. OpenAI soll rund 30 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital angestrebt und SoftBank zu den angesprochenen Investoren gezählt haben. Aus dem Bericht geht jedoch nicht hervor, dass SoftBank eine Beteiligung zugesagt hätte – oder in welcher Höhe.
19 Separat wurde über vorläufige Gespräche zu einer möglichen Übernahme von Allied Universal berichtet. Dabei stand ein Eigenkapitalwert von bis zu 18 Milliarden US-Dollar im Raum; ein Kaufpreis war noch nicht vereinbart.
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Weitere Berichte bezifferten SoftBanks kumulierte Investitionen in OpenAI auf rund 64,6 Milliarden US-Dollar und sprachen von einer Anleiheemission über 11,1 Milliarden US-Dollar.
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40 Solche Angaben helfen zu erklären, warum Anleger die Finanzierung genau beobachten. Die hier verfügbaren Belege bestätigen die Einzelheiten dieser Investitionen und der Emission allerdings nicht unabhängig. Auch die Prognose von mindestens sechs Milliarden US-Dollar an Mittelabflüssen bis März 2027 stammt von einem Analysten und ist keine bestätigte Verpflichtung des Unternehmens.
10 Für die Behauptung, SoftBanks Beleihungsquote nähere sich einer Grenze von 25 Prozent, liefern die verfügbaren Quellen ebenfalls keinen belastbaren Nachweis.
Auch die Aktie verlor deutlich an Wert
Der Druck zeigte sich nicht nur am Kreditmarkt. Am 22. Oktober fiel die SoftBank-Aktie um 6,9 Prozent. Damit lag sie 50 Prozent unter ihrem Allzeithoch vom 2. Juni, wie die Berichte festhielten. Als Belastungsfaktoren nannten sie unter anderem höhere Finanzierungskosten und Zweifel daran, wie nachhaltig die umfangreichen KI-Investitionen sind.
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CDS- und Aktienkursbewegungen spiegeln unterschiedliche Aspekte der Markteinschätzung wider: Der CDS-Spread zeigt, wie teuer der Schutz gegen einen Kreditausfall geworden ist; der Aktienkurs bildet die Neubewertung des Eigenkapitals ab. Keine der beiden Kennzahlen verrät für sich allein, wie viel SoftBank letztlich investieren, aufnehmen oder abschreiben wird.
Anleiherückzahlung und Zwischendividende
SoftBank kündigte die vorzeitige Rückzahlung der noch ausstehenden 405,1 Millionen Euro ihrer auf Euro lautenden Senior Notes mit einem Zinssatz von 2,875 Prozent an. Die 2021 begebenen Anleihen wären ursprünglich am 6. Januar 2027 fällig gewesen. Die Rückzahlung zum Nennwert war für den 22. Oktober 2026 vorgesehen; später meldete das Unternehmen den Abschluss.
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Unabhängig davon beschloss der Verwaltungsrat am 23. Oktober eine Zwischendividende. Stichtag für den Anspruch war der 30. September 2026.
17 Vorgesehen waren 5,50 Yen je Aktie und eine Gesamtausschüttung von 31.346 Millionen Yen; die Zahlung sollte am 2. Dezember erfolgen.
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Bei Vergleichen mit dem Vorjahr ist der Aktiensplit zu berücksichtigen: Zum 1. Januar 2026 hatte SoftBank einen Split im Verhältnis vier zu eins vorgenommen. Die Zwischendividende des Vorjahres von 22 Yen je Aktie entspricht umgerechnet 5,50 Yen nach dem Split. Auf dieser vergleichbaren Basis ist die Dividende je Aktie also unverändert.
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Was die Zahlen aussagen – und was nicht
Die Berichte stützen eine klare Erklärung für den damaligen Marktdruck: Anleger bewerteten die Unsicherheit rund um die Finanzierung von KI-Investitionen und eine mögliche Übernahme neu, während zugleich die Schuldenfinanzierung in Teilen der KI-Branche verstärkt diskutiert wurde.
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3 Sie belegen jedoch nicht, dass SoftBank jede gemeldete Investition oder Übernahme fest zugesagt hatte. Auch die genannte Beleihungsgrenze und eine konkrete Vergleichszahl zu Verlusten des Vision Fund im Jahr 2022 lassen sich mit den verfügbaren Quellen nicht verlässlich bestätigen.
Die entscheidende Unterscheidung lautet daher: Finanzierungssorgen sind nicht dasselbe wie bestätigte Verpflichtungen. Der CDS-Höchststand und der Rückgang der Aktie sind berichtete Marktdaten. Mehrere mögliche Investitionen und Übernahmen waren dagegen noch Gegenstand von Berichten oder Gesprächen; manche konkreten Prognosen zur Verschuldung und zu künftigen Mittelabflüssen bleiben unbestätigt.