Singapur sollte sich auf weitere Unterbrechungen bei Energielieferungen aus dem Nahen Osten einstellen. Das sagte Außenminister Vivian Balakrishnan nach Besuchen in Katar und Kanada im September 2026. Seine Strategie: die wichtige Partnerschaft mit Katar erhalten und zugleich zusätzliche Bezugsquellen erschließen. Dass Kanada bereits Brennstoff liefert oder entsprechende Verträge geschlossen wurden, folgt daraus nicht.
8
11
Warum Katar für Singapur wichtig bleibt
Katar ist nach Balakrishnans Angaben ein bedeutender Lieferant von verflüssigtem Erdgas, kurz LNG. Die Sperrung der Straße von Hormus habe Katars Exporte nach Singapur erheblich behindert. Weil Singapur seine Bezugsquellen bereits diversifiziert habe, habe es die Störung bislang bewältigen können. Auf künftige Ausfälle müsse sich das Land dennoch vorbereiten.
8
Berichte nennen auch Störungen an der Meerenge Bab el-Mandeb als Risiko für den Schiffsverkehr. In dem vorliegenden offiziellen Interviewausschnitt spricht Balakrishnan bei seiner konkreten Einschätzung zu katarischem LNG vor allem über die Straße von Hormus. Singapur und Katar pochten weiterhin auf freie Schifffahrt und hätten erste Ideen für eine widerstandsfähigere Versorgung erörtert, sagte er.
7
8
Kanada ist eine Möglichkeit, noch kein Ersatz
Balakrishnans Besuch in Katar sollte auch Solidarität zeigen. Parallel prüft Singapur Kanada als mögliche Quelle für Energie und Lebensmittel. Das erweitert die Optionen, ersetzt aber weder die Partnerschaft mit Katar noch belegt es bereits vereinbarte Importe.
8
11
In Kanada unterzeichneten Balakrishnan und Außenministerin Anita Anand eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen Partnerschaftsrahmen zu schaffen. Die geplante Zusammenarbeit umfasst Energie- und Ernährungssicherheit, widerstandsfähige Lieferketten, Investitionen sowie neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Quantentechnologien. Die Erklärung formuliert eine Agenda – sie kündigt für sich genommen keine neuen Brennstofflieferungen an.
2
3
4
Beide Minister bekräftigten außerdem ihr Ziel, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN zeitnah abzuschließen. Ein fertiges Abkommen wurde damit nicht verkündet. Kanada beschreibt die breitere Zusammenarbeit als Beitrag zur wirtschaftlichen Diversifizierung und zu offenem, regelbasiertem Handel; die vorliegenden offiziellen Erklärungen belegen jedoch keine konkrete Abkehr vom Handel mit den USA.
3
4