Russlands Rohölexporte auf dem Seeweg haben sich wieder erhöht: Im Vierwochendurchschnitt bis zum 13. September 2026 lagen sie bei 3,54 Millionen Barrel pro Tag. Das geht aus von Bloomberg ausgewerteten Tankerbewegungen hervor. Vorausgegangen war der stärkste wöchentliche Anstieg der Lieferungen seit Mitte Mai.
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Der Zeitpunkt ist für Moskau günstig. Der Ausfall der saudischen Ost-West-Rohölpipeline – einer zentralen Exportverbindung zum Roten Meer, die die Straße von Hormus umgeht – verknappte das Angebot am Markt und ließ die Ölpreise steigen. Russland verfügte damit gleichzeitig über mehr exportierbare Fässer und höhere Preise. Eine belastbare Gesamtsumme der Einnahmen für den Zeitraum bis 13. September lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen allerdings nicht ableiten.
38 Tanker – aber keine belastbare Wochenmenge
In der jüngsten Woche luden 38 Tanker russisches Rohöl.
26 Die im Material verfügbare Passage zur Tankerverfolgung nennt jedoch nicht die vollständige zugehörige Menge. Deshalb wäre es nicht seriös, aus dem gleitenden Vierwochendurchschnitt eine exakte Wochenfrachtmenge herzuleiten.
Der Wert von 3,54 Millionen Barrel pro Tag beschreibt einen gleitenden Durchschnitt über 28 Tage. Diese Kennzahl glättet die teils erheblichen Schwankungen von Woche zu Woche, die bei Tankerverladungen üblich sind.
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Erholung nach dem August-Tief
Die jüngste Aufwärtsbewegung ist vor allem als Erholung nach einer schwachen Phase zu lesen – nicht als Rückkehr zu den Sommerhöchstständen.
- Bis zum 2. August betrug der Vierwochendurchschnitt noch 3,90 Millionen Barrel täglich.
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- Bis zum 9. August sank er auf 3,71 Millionen Barrel täglich.
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- Für die vier Wochen bis zum 23. August fiel er weiter auf 3,46 Millionen Barrel täglich.
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Zum Vergleich: Ende Juni und Anfang Juli lagen die Werte deutlich höher. In den vier Wochen bis 28. Juni exportierte Russland im Schnitt 4,13 Millionen Barrel pro Tag, bis 5. Juli waren es 4,22 Millionen Barrel pro Tag.
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Warum der saudische Pipelineausfall Russland hilft
Nach Angriffen stellte Saudi-Arabien die Ost-West-Pipeline außer Betrieb. Die Leitung hat eine Kapazität von rund 7 Millionen Barrel pro Tag und transportiert Rohöl in Richtung Rotes Meer, ohne dass die Straße von Hormus genutzt werden muss. Reparaturen könnten laut Argus mehrere Wochen dauern.
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An den Märkten war die Reaktion deutlich: Der internationale Referenzpreis Brent schloss am 13. September 1 % höher bei 105,68 US-Dollar je Barrel, nachdem er im Tagesverlauf beinahe 110 Dollar erreicht hatte.
6 Bereits zuvor lag der Brent-Frontmonat bei rund 107 Dollar je Barrel – etwa 10 Dollar höher als eine Woche zuvor.
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Für Russland entsteht daraus ein einfacher Preis-Volumen-Effekt:
- Der Ausfall einer wichtigen saudischen Route verstärkt Sorgen über ein knapperes verfügbares Angebot.
- Höhere Referenzpreise erhöhen tendenziell auch den Wert russischer Exportqualitäten.
- Steigen parallel die russischen Verladungen, können mehr Fässer in diesem teureren Markt verkauft werden.
Die russische Sorte Urals kostete an Ostsee- und Schwarzmeerhäfen Anfang September bereits mehr als 80 US-Dollar je Barrel – so viel wie seit drei Monaten nicht mehr.
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5 Bloomberg hatte schon im Frühjahr berichtet, dass Russland während der Versorgungsstörungen im Nahen Osten von steigenden Preisen und höheren Exportmengen zugleich profitierte.
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Höhere Erlösperspektive, aber keine bestätigte September-Bilanz
Steigende Preise und steigende Liefermengen sprechen für einen höheren Bruttoexportwert. Doch die Quellen enthalten keine vollständige, verifizierte Angabe zu den wöchentlichen oder vierwöchigen Bruttoerlösen bis zum 13. September. Von einem exakt bezifferbaren „Windfall“ zu sprechen, wäre daher nicht belegt.
Ein früherer Vergleich zeigt, wie entscheidend der Preis ist: In den vier Wochen bis zum 16. August lag der durchschnittliche Bruttowert der russischen Rohölausfuhren auf dem Seeweg bei rund 1,71 Milliarden US-Dollar pro Woche. Gegenüber dem vorherigen Zeitraum veränderte er sich kaum, weil höhere Preise für russisches Öl die geringeren Mengen weitgehend ausglichen.
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Bruttoexportwert bedeutet zudem nicht automatisch höhere Staatseinnahmen. Rabatte auf russische Sorten, Frachtraten, Versicherungen, Steuern und Zahlungsbedingungen beeinflussen, wie viel tatsächlich bei Unternehmen und Staat ankommt.
Was die Daten nicht belegen
Mehrere oft diskutierte Details lassen sich mit dem vorliegenden Material nicht verifizieren. Dazu zählen die genaue Rohölmenge der Woche bis 13. September, die Bruttoerlöse dieses Zeitraums, konkrete Umleitungsvolumina über Noworossijsk oder Ust-Luga sowie eine Rangliste der wichtigsten Abnehmerländer.
Auch Aussagen über den Umfang möglicher Produktionsrückgänge, Schäden an Raffineriekapazitäten, Verschiebungen zwischen Rohöl- und Produktexportten, offizielle Förderprognosen oder direkte Folgen für US-Dieselpreise sind in den bereitgestellten Quellen nicht ausreichend belegt.
Klar ist jedoch: Russlands Ölsektor stand schon vor der aktuellen Exporterholung unter Druck. Im August verhängte und verlängerte Russland eine Beschränkung für Diesel-Ausfuhren, um die heimische Versorgung angesichts von Engpässen und steigenden Großhandelspreisen zu sichern.
1 Nach Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air sanken die russischen Rohölexporteinnahmen im August gegenüber dem Vormonat um 9 % auf 350 Millionen Euro pro Tag, die Mengen gingen um 11 % zurück.
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Fazit
Russland steigerte seine Rohölexporte auf dem Seeweg im Vierwochendurchschnitt bis zum 13. September auf 3,54 Millionen Barrel pro Tag; in der jüngsten Woche luden 38 Tanker Rohöl.
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26 Gleichzeitig stützte der Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline die Ölpreise und hob Brent auf über 105 US-Dollar je Barrel.
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Das verschafft Moskau kurzfristig bessere Bedingungen bei Preis und Menge. Eine vollständige Bilanz über Einnahmen, einzelne Ladungsmengen, Umleitungen über Häfen, Käuferländer oder Folgewirkungen auf den Dieselmarkt liefern die verfügbaren Daten jedoch nicht.