Anleger blickten am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, weniger auf die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz als auf deren Preisschild. Metas höhere Ausgabenprognose und der Plan, neue Aktien auszugeben, belebten die Sorge, ob sich die gewaltigen Investitionen in KI-Infrastruktur ausreichend auszahlen. Während Tech-Aktien nachgaben, bezifferte Forbes den geschätzten gemeinsamen Vermögensrückgang von sechs der reichsten Menschen der Welt auf 130 Milliarden US-Dollar.
10
5
Warum KI-Ausgaben zum Börsenthema wurden
Der Aufbau von KI-Infrastruktur ist teuer; wie hoch die späteren Erträge ausfallen, ist noch offen. Deshalb achten Anleger nicht nur auf Umsatzwachstum, sondern auch darauf, wie viel Unternehmen investieren, wie sie die Expansion finanzieren und was am Ende davon zurückkommt.
Meta machte diese Fragen besonders sichtbar. Der Umsatz des Unternehmens übertraf zwar die Erwartungen, doch Meta hob die Untergrenze seiner Prognose für die Investitionsausgaben an: Die Spanne liegt nun bei 135 bis 145 Milliarden US-Dollar. Außerdem plant das Unternehmen, neue Aktien auszugeben, um einen Teil der Ausgaben zu finanzieren. Die Meta-Aktie verlor am Donnerstag mehr als sieben Prozent.
14
5
Der Kursrückgang zeigt, dass gute Umsatzzahlen die Zweifel an den Kosten, der Finanzierung und den möglichen Erträgen eines KI-Ausbaus nicht automatisch ausräumen. In der Berichterstattung zum Ausverkauf wurden auch die gemischten Ergebnisse von Meta und Tesla als Anlass genannt, die KI-Ausgaben genauer unter die Lupe zu nehmen.
1
Wie stark gaben die Märkte nach?
Der Nasdaq Composite fiel um 2,60 Prozent, der S&P 500 um 1,21 Prozent.
4 Technologie- und Halbleiteraktien gehörten zu den größten Belastungsfaktoren. Die Schwäche der Tech-Werte überdeckte dabei die Stärke anderer Bereiche des US-Marktes.
9
35
Auch andere Unternehmen, die mit dem KI-Thema verbunden sind, gerieten unter Druck. Reuters meldete einen Rückgang der SpaceX-Aktie um etwa neun Prozent und Verluste bei Nvidia. Forbes berichtete, dass die Aktien von Tesla, SpaceX, Amazon, Google, Dell und Meta allesamt nachgaben.
12
10 Die vorliegenden Berichte liefern jedoch keine einheitlichen exakten Tagesverluste für alle sechs Unternehmen.
Zusätzliche Unsicherheit kam von geopolitischen Spannungen: Laut Associated Press erreichten die Ölpreise angesichts der Sorgen über den Iran-Krieg den höchsten Stand seit Mai. Die verfügbaren Quellen weisen dies als gleichzeitig bestehendes Marktrisiko aus, nicht als alleinige Erklärung für den Ausverkauf bei Tech-Aktien.
35
Was die 130 Milliarden Dollar aussagen – und was nicht
Forbes führte den geschätzten gemeinsamen Vermögensrückgang auf Elon Musk, Jeff Bezos, Larry Page, Sergey Brin, Michael Dell und Mark Zuckerberg zurück.
10 Die Summe beschreibt vor allem Veränderungen der geschätzten Vermögen infolge schwankender Aktienbewertungen. Sie bedeutet nicht, dass die sechs den Betrag in bar ausgegeben oder verloren hätten.
Die Einzelwerte unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitpunkt der Momentaufnahme. Forbes bezifferte Musks Vermögensrückgang am Donnerstagnachmittag auf 74 Milliarden US-Dollar. Eine spätere Aktualisierung der Forbes-Echtzeitliste wies für Musk einen Tagesrückgang von 79,2 Milliarden US-Dollar aus; für Zuckerberg waren es 16,5 Milliarden, für Dell 12,1 Milliarden und für Bezos 10,6 Milliarden US-Dollar.
10
24
Diese Zahlen stammen aus unterschiedlichen Momentaufnahmen und sollten nicht wie eine zeitgleiche, einheitliche Abrechnung miteinander verrechnet werden. Der verfügbare Auszug aus der Echtzeitliste nennt keine entsprechenden Tagesverluste für Page und Brin.
24
Die entscheidende Frage für Anleger
Der unmittelbare Auslöser war nicht einfach, dass Tech-Konzerne viel Geld ausgeben. Im Zentrum stand die Frage, ob Investitionen in Rechenzentren, Rechenleistung und andere KI-Infrastruktur Erträge bringen werden, die ihre Kosten rechtfertigen. Metas angehobene Ausgabenprognose und der Plan zur Finanzierung über neue Aktien machten diese Frage dringlicher – trotz des besser als erwarteten Umsatzes.
5
14
Der Börsenrückgang belegt nicht, dass sich KI-Investitionen nicht auszahlen werden. Er zeigt vielmehr, dass Anleger Kosten, Finanzierung und mögliche Renditen des Ausbaus neu bewerteten. Die vorliegenden Berichte dokumentieren diese wiederaufgeflammte Sorge, beantworten aber nicht, welche Erträge die Investitionen langfristig tatsächlich bringen werden.
10
1