Am Vorabend der US-Zwischenwahlen am 3. November nannte Präsident Donald Trump den seit acht Monaten andauernden Konflikt mit Iran einen „sehr weichen Krieg“ und spielte die Kosten als „Peanuts“ herunter. Doch noch am selben Tag hatten US-Kräfte Ziele auf der iranischen Insel Qeschm angegriffen. Berichten zufolge belaufen sich die Kosten des Konflikts auf mehr als 47 Milliarden Dollar.
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Trumps Beschreibung des Konflikts
Im Telefoninterview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity sagte Trump, die USA führten „keinen Krieg“. Er fragte: „Wann haben wir zuletzt irgendetwas abgefeuert?“ und stellte den Konflikt als keinen „endlosen Krieg“ dar, den die Vereinigten Staaten jederzeit beenden könnten.
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Laut einem Bericht sagte Trump außerdem, seit Monaten werde nicht geschossen.
3 Das stand in deutlichem Kontrast zu den Meldungen über den Militäreinsatz an diesem Tag: US-Kräfte griffen Qeschm in der Straße von Hormus an, nachdem Irans Revolutionsgarden auf ein US-Flugzeug geschossen hatten.
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Was zu den Angriffen auf Qeschm bekannt ist
Vertreter der US-Seite beschrieben die Angriffe als begrenzt und defensiv – nicht als Wiederaufnahme umfassender Kampfhandlungen.
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17 Diese Einordnung ist wichtig, um das Ausmaß des Einsatzes einzuschätzen. Sie ändert aber nichts daran, dass die USA geschossen hatten. Die Angriffe wurden am selben Tag gemeldet, an dem Trump fragte, wann die Vereinigten Staaten zuletzt etwas abgefeuert hätten.
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„Peanuts“ – bei Kosten von mehr als 47 Milliarden Dollar
Trump bezeichnete die Ausgaben für den Konflikt als „Peanuts“.
10 Fox News berichtete, die Schätzung des Pentagons liege bei mehr als 47 Milliarden Dollar. Dem Bericht zufolge belasteten sowohl die Kosten als auch steigende Benzinpreise die Republikaner vor dem Wahltag.
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Ein separater Bericht schrieb Trump die Abwertung einer Ausgabensumme von 30 Milliarden Dollar als „Peanuts“ zu.
6 Die vorliegenden Berichte belegen jedoch nicht, dass er diese Zahl im Interview dem Abgeordneten Ro Khanna zugeschrieben hat. Auch Trumps separate Behauptung, seit seiner Wahl seien 25 Billionen Dollar an Wachstum und Vermögen entstanden, belegt nicht, dass damit die Kriegskosten ausgeglichen worden wären.
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Pickaxe Mountain: weitere Angriffe bleiben eine Möglichkeit
Trump sagte, die USA müssten womöglich die Anlage am Pickaxe Mountain angreifen, die mit Irans Atomprogramm in Verbindung gebracht wird. Sie liegt in der Region Isfahan, südlich der Nuklearanlage Natans. Einen Angriff könne man, so Trump, „in einer Stunde“ durchführen.
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Bereits am Montag hatte Trump erklärt, eine Einigung mit Iran „könnte zustande kommen“ und Teheran wolle möglichst bald eine Vereinbarung, berichtete CBS News.
12 Die vorliegenden Berichte enthalten keinen detaillierten Verhandlungszeitplan und dokumentieren seine Äußerungen zu Verhandlungen aus einer Position der „totalen Stärke“ oder zu den Folgen eines Scheiterns nicht vollständig. Seine Aussagen zu Pickaxe machten jedoch deutlich, dass weitere Militäraktionen im Raum standen.
Der Widerspruch zwischen Worten und Geschehen
Trump stellte den Konflikt als begrenzt, kostengünstig und von den USA kontrollierbar dar. Die gemeldeten Angriffe auf Qeschm zeigen, dass der Militäreinsatz weiterging. Die Beschreibung als defensiv und begrenzt schränkt die Einschätzung des Ausmaßes ein – nicht die Tatsache, dass Angriffe stattfanden. Und die gemeldeten Kosten von mehr als 47 Milliarden Dollar bilden den Hintergrund für Trumps Bezeichnung „Peanuts“.
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