Der Ausstieg von Sequans aus Bitcoin war kein einzelner Verkauf, sondern eine Kehrtwende in Etappen. Am 24. September 2026 meldete der Halbleiterhersteller aus Paris, auch jene 314 Bitcoin verkauft zu haben, die am 30. Juni noch in seiner Bilanz standen. Damit hält das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Kryptowährungen mehr.
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Erst Bitcoin aufgebaut, dann Schulden getilgt
2025 startete Sequans eine Bitcoin-Treasury-Strategie – Bitcoin sollte also Teil der Unternehmensreserven sein. Im Juli meldete das Unternehmen den Abschluss einer strategischen Finanzierung über 384 Millionen US-Dollar. Sein Bestand wuchs zeitweise auf mehr als 3.200 BTC.
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Im November 2025 begann die Gegenbewegung: Sequans verkaufte rund 970 BTC und tilgte damit die Hälfte seiner ausstehenden Wandelschulden. Bei solchen Schulden handelt es sich um Finanzierungen, die unter bestimmten Bedingungen in Aktien umgewandelt werden können.
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31 Weitere Bitcoin-Verkäufe finanzierten bis Mai 2026 die Rückzahlung der übrigen Schulden aus der Treasury-Strategie. Damals hielt Sequans noch etwa 658 BTC, erklärte aber bereits, die Strategie nicht weiterzuverfolgen und den Restbestand nach und nach zu verkaufen. Das Ende der Strategie war also noch nicht der vollständige Verkauf.
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Nach der nun gemeldeten letzten Veräußerung weist Sequans keine Kryptowährungen mehr aus. Auch ausstehende Schulden gibt es laut Unternehmen nicht mehr – mit Ausnahme von Verpflichtungen im Zusammenhang mit staatlich finanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Schlicht von „schuldenfrei“ zu sprechen, wäre deshalb ungenau.
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Was zählt jetzt für das Chipgeschäft?
Sequans richtet seinen strategischen und finanziellen Fokus wieder auf Halbleiter für vernetzte Geräte – das sogenannte Internet der Dinge – und softwaredefinierte Funktechnik. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 ein Wachstum des Produktumsatzes von mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr; der Auftragsbestand für die folgenden sechs Monate hatte sich zum Quartalsende gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.
2 Das spricht für geschäftliche Dynamik, belegt aber nicht, dass die Bitcoin-Verkäufe dieses Wachstum verursacht haben.
Als weitere Schwerpunkte nannte Sequans 4G- und 5G-Halbleiter, Funkfrequenz-Transceiver sowie drahtlose Anwendungen im Verteidigungsbereich.
14 Ein behaupteter erster Entwicklungsauftrag für eine Drohnenanwendung ist durch die vorliegenden Quellen nicht hinreichend belegt und wird hier nicht als erzielter Umsatz gewertet.
Rückzug aus Bitcoin heißt nicht immer Komplettausstieg
Sequans steht mit der Neubewertung seiner Krypto-Reserven nicht allein. Der Digital-Assets-Researcher Matthew Sigel von VanEck erfasste im Juli Unternehmen, die ihre Anhäufung digitaler Vermögenswerte aufgegeben oder Bestände reduziert hatten. Bei Satsuma Technology stimmten die Aktionäre dafür, alle 668 BTC zu veräußern, Kapital zurückzugeben und die Börsennotierung zu beenden. Der Beschluss allein belegt allerdings noch nicht, dass sämtliche Schritte bereits umgesetzt wurden.
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Bei Sequans ist die Einordnung eindeutiger: Das Unternehmen meldet nach dem letzten Verkauf keine Kryptowährungsbestände mehr.
2 Wer dagegen nur einen Teil seiner Bitcoin verkauft, hat seine Treasury-Strategie nicht zwangsläufig vollständig beendet.