Open USD (OUSD), ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin, startete am 30. September 2026. Am 5. Oktober war er also noch keine Woche live. CoinMarketCap führte rund 668,49 Millionen OUSD im Umlauf; ein Bericht vom Starttag nannte eine Gesamtmenge von etwa 477 Millionen Token. Die Zahlen sprechen für einen schnellen Start – sie belegen aber weder anhaltende Zahlungsaktivität noch eine breite Akzeptanz.
18
20
Was die frühen Angebotszahlen aussagen
OUSD wird nativ auf Tempo, Solana, Base und Ethereum ausgegeben. Berichte vom Starttag nannten mehr als 470 Millionen Dollar im Umlauf und On-Chain-Daten von rund 434 Millionen Token. Andere Berichte beschrieben mehr als 400 Millionen Dollar an anfänglichem Angebot auf Tempo. Das sind Momentaufnahmen aus der Startphase, keine bestätigte aktuelle Aufschlüsselung über alle vier Blockchains. Aus den verfügbaren Quellen geht nicht hervor, wie sich das heutige Angebot auf Tempo, Solana, Base und Ethereum verteilt.
2
20
26
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Tokenbestand und tatsächlicher Nutzung: Das umlaufende Angebot sagt nicht, wie oft Unternehmen damit Zahlungen abwickeln, Geld transferieren oder untereinander abrechnen. Für ein belastbares Bild braucht es später Daten zu Transaktionen und realen Zahlungsströmen – nicht nur zur anfänglichen Ausgabe.
Liquiditätszusagen sind keine Reserven
Die fünf Gründungspartner – Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa – kündigten Liquiditätszusagen von mehr als einer Milliarde US-Dollar für OUSD an. Eine solche Zusage bedeutet nicht, dass der volle Betrag bereits im Umlauf oder als Reserve hinterlegt war.
11
14
Open Standard hat OUSD entwickelt; ausgegeben wird der Token von Bridge, einem Unternehmen im Besitz von Stripe. Berichten zufolge ist er durch Bargeld in US-Dollar und US-Staatsanleihen gedeckt. Die Reserven werden unter anderem bei BlackRock, Lead Bank und BNY gehalten. Bridge hat angekündigt, monatliche Reservebestätigungen zu veröffentlichen.
2
4
8
20
Wem das Projekt gehört – und wie die Gebühren funktionieren
Open Standard wird als unabhängiges Unternehmen beschrieben, das von den fünf Partnern gegründet wurde. OUSD ist also kein Token, den Visa oder Mastercard direkt herausgeben. Laut der Startankündigung von Solana hielten die Gründungspartner zunächst gleich große Anteile.
5
14
Das Geschäftsmodell soll einen Teil der Erträge aus den Reserven an Unternehmen weitergeben, die OUSD verbreiten oder das Netzwerk unterstützen, statt sämtliche Erträge beim Emittenten zu belassen. Berichten zufolge geht der Großteil an die Partner; Open Standard behält eine Verwaltungsgebühr. Wie hoch die künftigen Einnahmen der einzelnen Partner ausfallen, geht aus den Quellen nicht vollständig hervor.
9
10
Für berechtigte Unternehmen soll das Erstellen und Einlösen von OUSD im Verhältnis eins zu eins zum US-Dollar ohne zusätzliche Gebühr möglich sein. Das ist von Transaktionsgebühren zu unterscheiden: Open Standard beschreibt diese als niedrig und vorhersehbar.
5
13
Stripe eröffnet einen Vertriebsweg – aber noch kein Urteil
Stripe bezeichnet OUSD als seinen Standard-Stablecoin und stellt ihn in mehreren Produkten für Funktionen wie Empfangen, Halten, Senden und Ausgeben bereit. Das Unternehmen kündigt außerdem an, OUSD mit wachsender Unterstützung standardmäßig in weiteren Produkten verfügbar zu machen. Das schafft einen konkreten Weg zu potenziellen Nutzern. Eine Standardeinstellung allein zeigt jedoch nicht, wie viel Kundinnen und Kunden den Token tatsächlich verwenden.
6
Der schnelle Anstieg des frühen Angebots, die bekannten Partner und die Verfügbarkeit auf mehreren Blockchains machen OUSD zu einem ernst zu nehmenden neuen Marktteilnehmer neben USDT und USDC. Die bis zum 5. Oktober verfügbaren Quellen belegen aber nicht, dass Visa, Mastercard oder die übrigen Partner bereits größere Zahlungsvolumen in OUSD abwickeln. Ob aus den Integrationen eine regelmäßige Nutzung im Geschäftsalltag wird – und nicht bloß ein größerer Tokenbestand –, ist der aussagekräftigere Test für OUSDs Konkurrenzfähigkeit.
2
5
6
18