Microns Rekordzahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 und der besser als erwartete Ausblick haben einige Analysten dazu veranlasst, ihre Gewinnschätzungen oder Kursziele anzuheben. Eine breite Welle von Rating-Upgrades gab es jedoch nicht: CLSA und Bank of America bestätigten ihre Einschätzungen und Kursziele, während unter anderem Rosenblatt sein Kursziel erhöhte. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips und das knappe Angebot dauerhaft hohe Gewinne ermöglichen – auch während Micron seine Investitionen hochfährt.
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Rekordumsatz und starker Ausblick
Micron meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 11,32 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte das Unternehmen rund 61,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht – mehr, als Analysten damals erwartet hatten. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 33,42 Dollar, die bereinigte Bruttomarge bei 87 Prozent.
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Die Zahlen gaben Anlass, die Gewinnerwartungen nach oben anzupassen. CLSA erhöhte seine Gewinnschätzungen je Aktie für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 um 8 beziehungsweise 18 Prozent. Die Einstufung „Outperform“ und das Kursziel von 1.700 Dollar ließ die Firma aber unverändert. Auch Bank of America bestätigte ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 1.550 Dollar. Rosenblatt hob dagegen sein Kursziel von 1.500 auf 1.900 Dollar an und hielt an „Buy“ fest. Auch bei Goldman Sachs und D.A. Davidson wurden höhere Kursziele gemeldet.
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Wichtig ist der Unterschied zwischen höheren Gewinnschätzungen und einem höheren Kursziel: Obwohl eine CLSA-Meldung in der Überschrift eine Kurszielerhöhung nahelegt, heißt es im verfügbaren Bericht, dass CLSA das Ziel von 1.700 Dollar beibehielt. Auch die dokumentierte Reaktion der Bank of America war eine Bestätigung und keine Erhöhung des Kursziels nach der Veröffentlichung der Ergebnisse.
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Warum KI-Nachfrage und knappes Angebot den Optimismus stützen
KI-Rechenzentren benötigen neben Prozessoren auch Speicher – darunter sogenannten High-Bandwidth Memory (HBM), also besonders breitbandigen Speicher. Microns Management beschrieb die Nachfrage als stark und rechnet damit, dass Angebot und Nachfrage bei Speicher in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 noch enger zusammenliegen dürften als 2026. Das erklärt, warum Analysten besonders auf die Preise achten und ihre Gewinnerwartungen angehoben haben.
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Langfristige Kundenvereinbarungen schaffen zusätzliche Planungssicherheit, sind aber keine Garantie für künftige Geschäftsergebnisse. Micron zufolge hat das Unternehmen 26 strategische Kundenvereinbarungen abgeschlossen. Nach eigener Schätzung machen sie bis 2030 mehr als 35 Prozent des Umsatzes aus. Die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen wurden mit 32 Milliarden Dollar beziffert. Micron erklärte außerdem, dass für einen großen Teil der erfassten Umsätze Preisrahmen festgelegt seien – teils mit Unter- und Obergrenzen.
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Für optimistische Analysten sind diese Vereinbarungen zusammen mit dem erwarteten knappen Angebot ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage besser planbar ist als bei einem einmaligen Umsatzschub. Sie schließen jedoch nicht aus, dass sich Nachfrage, Preise oder die Versorgungslage wieder ändern.
Wo die Risiken liegen
Die zentrale Unsicherheit ist die Dauer des aktuellen Höhenflugs. Rekordumsatz und hohe Margen spiegeln ein besonders starkes Marktumfeld wider. Speicherpreise und Nachfrage können sich jedoch verändern. Sollte das Angebot schneller wachsen als die Nachfrage oder sollten die Ausgaben für KI-Infrastruktur nachlassen, könnten die Gewinnerwartungen unter Druck geraten. In der Analystenberichterstattung werden Schwankungen der KI-Nachfrage, Speicherpreise und zusätzliches Branchenangebot als Risiken genannt.
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Hinzu kommen die hohen Investitionen. Micron meldete für das Geschäftsjahr 2026 Investitionsausgaben von 27 Milliarden Dollar – 95 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach der Zahlenvorlage achteten Anleger auf das Verhältnis zwischen den Ausbauplänen und dem starken Ausblick; die Aktie gab nach Veröffentlichung der Ergebnisse zunächst nach.
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17 Die Investitionen sollen zusätzliche Kapazitäten schaffen. Zugleich rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie viel des Gewinns sich künftig in dauerhaftem Cashflow niederschlägt.
Das Fazit
Microns Rekordquartal und der starke Ausblick lieferten gute Gründe, Gewinnschätzungen anzuheben – und veranlassten einige Analysten auch zu höheren Kurszielen. Die optimistische Einschätzung stützt sich auf die KI-Nachfrage nach Speicher, das knappe Angebot und mehrjährige Kundenvereinbarungen. Doch nicht alle Analysten erhöhten ihre Ziele: CLSA und Bank of America bestätigten ihre bisherigen Kursziele und Ratings. Ob Preise, Margen und Cashflow auf diesem hohen Niveau bleiben, ist weiterhin offen.