Anstatt den Nutzern einen reinen Laborbericht auszuhändigen, speist Lucis die Ergebnisse in eine KI-Begleit-App ein. Diese kombiniert Biomarker-Daten, Verlaufstrends und medizinischen Kontext, um personalisierte Empfehlungen für Ernährung, Nahrungsergänzung, Schlaf, körperliche Aktivität, Umweltfaktoren und mentale Gesundheit zu erstellen . Alle Empfehlungen werden vor der Freigabe an den Nutzer von einem klinischen Team aus mehr als zehn Ärzten und einem medizinischen Beirat unter der Leitung eines MD/PhD geprüft
. Optionale Zusatzpanels umfassen eine Darmmikrobiom-Analyse (150 Euro) und eine Nahrungsmittelunverträglichkeits-Analyse, die 50 bis 100 Lebensmittel abdeckt (300 Euro)
.
Die Plattform ist DSGVO-konform, nach ISO 27001 zertifiziert und HDS-zertifiziert (Hébergeur de Données de Santé) für die Speicherung von Gesundheitsdaten – ein besonders sensibler Bereich in Deutschland und Frankreich .
Lucis fasst die Biomarker-Ergebnisse in vereinfachten Wellness-Indizes zusammen, um den Nutzern die zentralen Gesundheitspfeiler verständlich zu machen. Zu den erfassten Biomarkern gehören unter anderem TSH und fT4 für die Schilddrüsenfunktion, Vitamin B12, Magnesium, Folat und Transferrinsättigung für den Nährstoffstatus sowie Hämoglobin und typische Stoffwechsel- und kardiovaskuläre Risikomarker . Die Plattform berechnet zudem eine Schätzung des biologischen Alters, das Nutzer im Laufe der Zeit verfolgen können
.
Die ersten Ergebnisse von Lucis zeichnen ein deutliches Bild davon, wie leicht Gesundheitsrisiken ohne regelmäßige Kontrollen unbemerkt bleiben. Bei ihrer ersten umfassenden Untersuchung wiesen 99,9 % der Lucis-Nutzer mindestens einen Biomarker außerhalb des optimalen Bereichs auf – oft ohne vorheriges Wissen über das Ungleichgewicht . Diese Erkenntnis untermauert die zentrale These des Unternehmens: dass die moderne Gesundheitsversorgung überwiegend reaktiv ist und dass regelmäßige, interpretierbare Biomarker-Tests frühe Anzeichen für chronische Krankheiten Jahre vor dem Auftreten von Symptomen aufdecken können.
Die Plattform führte mehr als eine Million einzelne Biomarker-Tests bei ihrer ersten Nutzerbasis durch. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist bemerkenswert: Lucis wuchs in weniger als einem Jahr von 500 Nutzern in den ersten vier Monaten in Paris auf über 10.000 in vier Ländern – und das mit einem Team von rund 20 Personen .
Mit dem frischen Kapital plant Lucis, bis Ende 2026 in Spanien, Deutschland und Italien zu starten. Gleichzeitig soll die KI-gestützte Gesundheits-App, die den Kern des Produkterlebnisses bildet, weiterentwickelt werden . Das Unternehmen positioniert sich als das, was Beobachter als das „Function Health Europas“ bezeichnen – eine Anspielung auf die US-amerikanische Plattform für präventive Tests, die eine enorme Verbrauchernachfrage ausgelöst hat
.
Lucis stellt ausdrücklich klar, dass es keine medizinischen Diagnosen stellt oder Ärzte ersetzt. Die Plattform soll vielmehr regelmäßige Bluttests zu einer ebenso selbstverständlichen Gesundheitsroutine machen wie das Zähneputzen. Sie verwandelt kryptische Laborwerte in ein strukturiertes, präventives Bild der persönlichen Gesundheit, das die Menschen verfolgen und aktiv verbessern können .