Eine KI-Antwort kann überzeugend klingen und trotzdem im Betrieb wenig nützen. In einer Fabrik muss eine Qualitätsprognose auch bei ungewöhnlichen Produktionsbedingungen tragen; im Labor zählt, ob sich ein vielversprechender Stoff weiter untersuchen lässt. An diesem Maßstab will LG AI Research seine „Expert AI“ messen lassen. Beim AI Talk Concert am 14. September 2026 im LG Sciencepark in Seoul stellte das Forschungsinstitut Anwendungen für Fertigung, Wissenschaft und Finanzen vor.
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Fertigung: Fehler früher erkennen
LG AI Research setzt auf Modelle für konkrete Arbeitsabläufe. EXAONE Tabular soll Produktionsdaten auswerten und Prozessbedingungen sowie Produktqualität vorhersagen. EXAONE Omni-Inspect soll Produkte auch dann prüfen können, wenn sich ein Prozess oder das Aussehen eines Produkts verändert – laut LG ohne erneutes Training.
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14 KI-Agenten sollen zudem Daten auswählen und klassifizieren sowie Modelle trainieren, damit Probleme in der Produktion früher auffallen.
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Das ist noch nicht gleichbedeutend mit einer selbstständig arbeitenden Fabrik. LG skizzierte darüber hinaus Fabriken, die mithilfe eines Basismodells für Roboter als integrierte intelligente Systeme funktionieren sollen. Das ist eine Entwicklungsrichtung, kein Beleg für bereits vollständig autonome Werke.
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Forschung: ein Kandidat, noch kein fertiges Mittel
Für die Materialforschung stellte LG EXAONE Discovery vor. Das System soll Materialeigenschaften vorhersagen und bei der Entwicklung neuer Stoffe helfen.
4 Ein von LG genanntes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Konzerntochter LG Household & Health Care: Innerhalb eines Tages seien 420.000 potenzielle Substanzen geprüft und Rhamsydil als möglicher Inhaltsstoff für Produkte der Haarpflegemarke Dr.Groot identifiziert worden.
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Die Identifizierung eines Kandidaten ist ein Forschungsergebnis – kein Nachweis für ein zugelassenes oder klinisch belegtes Mittel gegen Haarausfall. LG plant außerdem ein autonomes Labor, in dem KI Experimente steuert und Robotik kontinuierliches Forschen und Lernen unterstützt. Dieser Plan ist vom berichteten Screening-Ergebnis zu unterscheiden.
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Finanzen: Prognosen mit Begründung
EXAONE Business Intelligence soll mehrere KI-Agenten zusammenarbeiten lassen: bei Datenanalyse, Schlussfolgerungen, Prognosen und deren Erklärung.
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50 Im Juli vereinbarten LG AI Research und Koscom, ein Unternehmen für IT-Infrastruktur und Daten des südkoreanischen Kapitalmarkts, die Entwicklung eines Analysedienstes für den koreanischen Finanzmarkt. Ein darauf aufbauendes Datenprodukt soll Einschätzungen zur Kursentwicklung einzelner Aktien samt Begründung liefern.
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50 Eine erklärte Prognose ist allerdings noch keine nachgewiesen zuverlässige Prognose.
Der Praxistest steht im Mittelpunkt
LG AI Research gibt an, seit seiner Gründung im Dezember 2020 mehr als 100 branchenspezifische Herausforderungen bearbeitet zu haben. Berichte über die Veranstaltung nennen außerdem 368 Konferenzbeiträge und 1.080 Patentanmeldungen.
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33 Diese Zahlen beschreiben die bisherige Arbeit des Instituts, messen aber nicht die Leistung jeder einzelnen Anwendung.
LG will zugleich allgemeine KI-Modelle verbessern und spezialisierte Systeme für ausgewählte Branchen entwickeln.
35 Gastredner George Cameron, Mitgründer von Artificial Analysis, plädierte dafür, dass Südkorea auch allgemeine künstliche Intelligenz in seine KI-Strategie aufnimmt: Stärkere grundlegende Fähigkeiten könnten dem Einsatz von KI in der Praxis helfen.
17 Für LGs „Expert AI“ bleibt die unmittelbarere Frage, ob ihre Vorhersagen und Empfehlungen außerhalb einer Präsentation verlässlich genug sind.