Die IFA 2026 in Berlin war weniger eine Schau einzelner „KI-Produkte“ als eine Demonstration von KI als verbindender Schicht: Software und Agenten sollen Geräte, Räume, Displays, Fahrzeuge und zunehmend auch Roboter koordinieren. Die Messe fand vom 4. bis 8. September auf dem Gelände der Messe Berlin statt und versammelte mehr als 1.900 Marken aus 49 Ländern.
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Xiaomi macht aus seinem IFA-Debüt ein Ökosystem-Statement
Xiaomi formulierte den wohl umfassendsten Anspruch. Der erste IFA-Auftritt des Unternehmens erstreckte sich über mehr als 3.300 Quadratmeter – die größte eigenständige Auslandsausstellung des Konzerns bislang – und umfasste mehr als 380 Produkte, Technologien und Demonstrationen. Im Mittelpunkt stand nicht ein einzelnes Smartphone oder Haushaltsgerät, sondern die Breite des Systems Human × Car × Home.
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HyperOS positionierte Xiaomi als Software-Schicht, die persönliche Geräte, Smart-Home-Technik und Mobilität miteinander verbindet. Anhand von Wohnszenarien und eines Xiaomi SU7 Max zeigte das Unternehmen, wie diese Bereiche zusammenspielen könnten. Das Portfolio reichte von Kochen und Lebensmittelaufbewahrung über Reinigung und Luftmanagement bis zu Unterhaltung, Sicherheit, persönlichen Geräten und intelligenter Mobilität.
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Darum spielten auf einer Unterhaltungselektronikmesse auch Autos eine zentrale Rolle. Xiaomi zeigte drei Fahrzeuge: das Konzeptfahrzeug Vision Gran Turismo, einen SU7 der neuen Generation und einen SU7 Ultra. Das Auto wurde dabei nicht als separates Geschäft präsentiert, sondern als weiterer Endpunkt derselben vernetzten Umgebung.
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Mit der Europa-Einführung von Mijia und Robotik-Demonstrationen weitete Xiaomi dieses Versprechen über Smartphones hinaus aus. Zudem plant das Unternehmen nach eigenen Angaben, zwischen 2026 und 2030 weltweit mehr als 24 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu investieren – in KI, Betriebssysteme, eigene Chips, smarte Autos, Robotik und intelligente Fertigung. Das ist ein Investitionsplan, kein Beleg für die heutige Akzeptanz von KI-Produkten. Er zeigt aber, wie wichtig Xiaomi die Kontrolle über die technische Basis seines Angebots einschätzt.
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TCL setzt beim KI-Zuhause auf Bildschirme als Schnittstelle
TCL bündelte in seiner Installation „AI Inspired Life“, dem sogenannten Inspiration Habitat, große Displays, Mobilgeräte, KI-gestützte Smart-Home-Erlebnisse, Energielösungen und Wearables. Im Zentrum standen damit jene Schnittstellen, über die Menschen KI im Zuhause erleben dürften: Fernseher, Brillen und Begleitgeräte.
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Zu den sichtbaren Ankern des Konzepts gehörten:
- der X11L SQD-Mini-LED-Fernseher, der laut TCL bis zu 20.736 Dimming-Zonen und bis zu 10.000 Nits HDR-Helligkeit bietet. Dabei handelt es sich um Herstellerangaben, nicht um unabhängige Testergebnisse.
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- das P80 Ultra, Teil von TCLs erster Smartphone-Reihe mit NXTPAPER-AMOLED-Displays.
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- die RayNeo GT Max AR-Brille, die TCL als weltweit erste Dolby-Vision-zertifizierte AR-Brille vermarktet.
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- AiMe, ein KI-gestützter Begleitroboter für Familien.
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Die Produktpalette deutete an: Der Wettbewerb um das KI-Zuhause dreht sich nicht nur um Sprachassistenten oder automatisierte Haushaltsgeräte. Auch TV-Hersteller positionieren Fernseher, Smartphones und tragbare Displays als Orte, an denen KI-Dienste sichtbar und nutzbar werden.
Samsung und LG verkaufen KI als Lebensumfeld
Samsung änderte seinen IFA-Auftritt auffällig: Statt eines großen Messestands auf dem Gelände der Messe Berlin eröffnete der Konzern mit Samsung Connect eine separate, immersive Ausstellungsfläche im Humboldt Carré in Berlin-Mitte. Das Leitmotiv „Companion to AI Living“ sollte zeigen, wie vernetzte Technik den Alltag intelligenter und einfacher machen kann.
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Schon die Wahl des Orts unterstrich die bevorzugte Erzählung der Branche. KI wurde nicht als Punkt auf einer technischen Datenliste präsentiert, sondern als Umfeld, das Haushaltsgeräte, Dienste und Energiemanagement umfasst.
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LG stellte derweil ThinQ Claw vor, eine textchat-basierte KI-Agentenerfahrung innerhalb seines AI-Home-Angebots. Laut LG soll die Technologie mit Nutzerinnen und Nutzern kommunizieren, Routinen und Situationen verstehen und daraufhin passende Aktionen vorschlagen oder ausführen – geräteübergreifend im vernetzten Haushalt.
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Rechenleistung und Robotik rücken stärker in den Vordergrund
Die IFA zeigte auch: Die Erzählung von Consumer-KI hängt nicht nur an Endgeräten, sondern ebenso an der zugrunde liegenden Infrastruktur. AMD widmete seine Eröffnungs-Keynote den Prozessoren der Reihe Ryzen AI Max Pro 400. Gegenüber der vorherigen Max-Pro-300-Generation verspricht AMD einen um 50 Prozent höheren Durchsatz bei großen Sprachmodellen; dieser Vergleich beruht auf den eigenen Spezifikationen des Unternehmens.
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Besonders greifbar wurde der Schritt von KI über Bildschirme hinaus bei der Robotik. Laut IFA sollten humanoide Roboter in bisher größtem Umfang gezeigt werden, unter anderem von Unitree, AgiBot, DeepRobotics, MagicLab und Pudu Robotics. Für IFA Next wurden rund 300 Aussteller erwartet, darunter Unternehmen aus Robotik, KI-Wearables und Smart Glasses.
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Was die IFA 2026 über die nächste Phase der Consumer-KI sagt
Der deutlichste Wandel war strategischer Natur. Führende Marken versprachen nicht bloß intelligentere Einzelgeräte, sondern wollten das System um diese Geräte herum zeigen:
- Eine gemeinsame Software-Schicht, die Produkte verbindet – wie Xiaomi mit HyperOS.
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- Eine KI-Agenten-Schicht, die Kontext interpretieren und handeln kann – wie LG mit ThinQ Claw skizziert.
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- Displays, Wearables und Fahrzeuge als Schnittstellen und Endpunkte dieser Intelligenz.
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- Lokale Rechenleistung und Robotik, die KI leistungsfähiger, näher am Gerät und physisch erfahrbar machen sollen.
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Diese Vision ist vorerst ein Versprechen, kein Beweis dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher vollständig vernetzte Ökosysteme tatsächlich annehmen werden. Kompatibilität zwischen Geräten, Datenschutz, Zuverlässigkeit und der konkrete Nutzen autonomer Aktionen werden darüber entscheiden, ob aus den Messe-Demos Alltagsprodukte werden. Die Wettbewerbsrichtung war auf der IFA 2026 dennoch klar: Der nächste Kampf im Consumer-Tech-Markt wird weniger durch ein einzelnes KI-Feature entschieden als durch das überzeugendste Konzept für ein vernetztes Leben.