Ein Forscher, der unter dem Namen Jordy auftritt, soll von Sony 50.000 Dollar erhalten haben, nachdem er eine PS5-Sicherheitslücke privat gemeldet hatte. Nach eigenen Angaben half ihm generative KI dabei, den Fehler zu finden. Die Meldung löste in der Homebrew-Szene – einer Community, die mit inoffizieller Software auf Konsolen experimentiert – heftige Kritik aus: Die Schwachstelle könnte einen Weg eröffnet haben, Linux auf der PS5 auszuführen. Öffentlich ist allerdings nicht abschließend belegt, dass Jordys gemeldeter Fehler genau derjenige war, auf dem das Linux-Projekt beruhte – oder dass seine Meldung allein dessen Ende verursachte.
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Was die Schwachstelle ermöglichen könnte
Berichten zufolge betraf die Lücke PS5-Systemsoftware in den Versionen 13.60 bis 14.00. Sie lag im sogenannten Hypervisor, einer tief im System verankerten Ebene, die die Ausführung von Software und den Zugriff auf Ressourcen verwaltet. Der Fehler soll Codeausführung auf Kernel-Ebene ermöglicht haben – eine Voraussetzung dafür, auf der Konsole nicht offiziell unterstützte Software wie Linux zu starten.
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Für Sony ist eine solche Schwachstelle ein Sicherheitsrisiko. Für Homebrew-Fans kann sie zugleich ein technischer Zugang sein, um die Konsole über ihre vorgesehenen Funktionen hinaus zu nutzen. Genau darin liegt der Konflikt: Sony belohnt das vertrauliche Melden von Sicherheitslücken, während Teile der Community den Fehler lieber geheim gehalten hätten, solange er für die Linux-Entwicklung gebraucht werden könnte.
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Warum Jordy seine Zusage änderte
Jordy sagte, Google-Sicherheitsingenieur Andy Nguyen, in der PS5-Szene als theflow0 bekannt, habe dieselbe Schwachstelle bereits zuvor unabhängig entdeckt. Laut Berichten über Jordys Darstellung wollten die beiden zunächst mit einer Meldung warten – unter anderem, damit die Lücke bis nach dem Start von Grand Theft Auto VI geheim bleiben könnte.
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Jordy änderte demnach seine Entscheidung, als er erfuhr, dass auch ein weiterer Forscher den Fehler gefunden hatte. Er habe befürchtet, jemand anderes könnte Sony zuvorkommen und die Prämie erhalten. Zugleich habe die weitere Entdeckung Zweifel daran geweckt, wie lange sich die Schwachstelle überhaupt noch geheim halten ließe.
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Für die Homebrew-Szene stand mehr auf dem Spiel als ein unveröffentlichter Exploit. Der Wunsch war, GTA VI auf aktueller PS5-Systemsoftware spielen zu können und zugleich eine mögliche Linux-Option zu behalten. So beschrieb es laut einem Bericht auch madwax0r, der Kaishaku betreibt, einen Tracker für Emulatoren.
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Jordy soll außerdem erklärt haben, das Geld würde ihm mehr Zeit mit seiner Familie ermöglichen, insbesondere mit seiner unheilbar kranken Mutter. Das ist seine persönliche Begründung für den Wert der Prämie; die davon getrennte Frage, welche Folgen die Meldung für die Community hatte, beantwortet sie nicht.
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Update und Linux-Projekt: Was sich belegen lässt
Mehrere Berichte melden, Sony habe am 21. Oktober 2026 Firmware 14.20 veröffentlicht und darin eine Schwachstelle geschlossen. In den hier vorliegenden Quellen findet sich jedoch keine Sony-Mitteilung, die den Fehler eindeutig benennt. Berichte zu den Update-Hinweisen zufolge erwähnen diese lediglich Änderungen an der Bedienbarkeit. Ob die gemeldete Lücke genau diejenige war, die mit dem Update behoben wurde, ist daher öffentlich nicht bestätigt.
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Auch beim Linux-Projekt ist Vorsicht angebracht: Berichte bringen Nguyens Arbeit mit der Hypervisor-Schwachstelle in Verbindung und melden, er habe die PS5-Szene verlassen und die Linux-Entwicklung eingestellt – einschließlich geplanter Unterstützung für die PS5 Pro. Diese zeitliche Abfolge belegt für sich genommen aber weder, dass Jordys Meldung genau den vom Projekt genutzten Fehler betraf, noch, dass sie allein zum Abbruch führte.
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Der Kern des Streits ist damit ein Zielkonflikt: Sony belohnte eine vertrauliche Sicherheitsmeldung, während Teile der Homebrew-Szene den Exploit für die Linux-Entwicklung erhalten wollten. Jordy begründet seinen Schritt mit einer weiteren Entdeckung der Lücke; seine Kritiker sehen in der frühen Meldung den möglichen Verlust eines Weges, den sie weiterverfolgen wollten. Wie genau die gemeldete Schwachstelle, das Update und das Ende des Projekts zusammenhängen, ist bislang nicht lückenlos belegt.
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