Ether hat seine Erholung nach den US-Zwischenwahlen abrupt wieder abgegeben. Am Donnerstag, dem 5. November, verlor die Kryptowährung 7,75 Prozent und schloss bei 2.234,61 US-Dollar. In einer Momentaufnahme vom frühen Freitag lag Ether binnen 24 Stunden rund 7,9 Prozent im Minus bei etwa 2.237 US-Dollar. Bitcoin verlor im selben Zeitraum 5,7 Prozent.
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Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Zeitfenster und lassen sich deshalb nicht einfach zusammenrechnen. Insgesamt sprechen die verfügbaren Daten für einen breiten Rückzug aus risikoreichen Anlagen: Der Ausverkauf bei Technologieaktien griff auf Kryptowährungen über; Liquidationen gehebelter Positionen und Abflüsse aus Ether-ETFs dürften den Rückgang verstärkt haben. Eine einzelne Ursache für jede Transaktion belegen die Zahlen nicht.
Der Einbruch bei Tech-Aktien gab den Ton an
Der Nasdaq Composite fiel am Donnerstag um etwa 5,5 Prozent und rutschte damit in eine Korrektur. Davon spricht man üblicherweise, wenn ein Index mehr als 10 Prozent unter seinem jüngsten Höchststand liegt.
18 Berichte führten den Kursrutsch bei Tech-Aktien auf Sorgen zurück, dass die veränderten Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress strengere Regeln für künstliche Intelligenz nach sich ziehen und den Bau von Rechenzentren bremsen könnten.
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Das hilft zu erklären, warum Ether gemeinsam mit anderen risikoreichen Anlagen nachgab. Der Rückgang war offenbar nicht nur ein Ethereum-spezifisches Ereignis: Die Schwäche bei Technologieaktien fiel zeitlich mit Verlusten am Kryptomarkt zusammen.
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Liquidationen und ETF-Abflüsse verstärkten den Druck
Während die Kurse fielen, wurden gehebelte Ether-Positionen zwangsweise geschlossen. Ein Bericht bezifferte die ETH-Liquidationen auf rund 210 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 179 Millionen auf Long-Positionen – also auf Wetten auf steigende Kurse.
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14 Werden solche Positionen während eines Kursrückgangs liquidiert, können die Verkäufe den Abwärtsdruck verstärken. Die Angaben allein zeigen jedoch nicht, welchen Anteil sie am Rückgang hatten.
Auch bei börsengehandelten Ether-Fonds, sogenannten Spot-ETFs, zogen Anleger Geld ab. US-Fonds verzeichneten am 5. November Nettoabflüsse von 99,9 Millionen US-Dollar. Damit kehrte sich der Trend vom Vortag um, an dem rund 53 Millionen US-Dollar zugeflossen waren.
3 Die ETF-Ströme stützten den Kurs an diesem Tag also nicht, sondern trugen zum Verkaufsdruck bei.
Warum die Prozentangaben voneinander abweichen
Die Angabe von 7,75 Prozent beschreibt Ether-Verlust während der Handelssitzung am Donnerstag. Die rund 7,9 Prozent beziehen sich dagegen auf einen rollierenden 24-Stunden-Zeitraum in einer Momentaufnahme vom frühen Freitag. Kryptokurse bewegen sich rund um die Uhr; je nach Uhrzeit und Datenquelle unterscheiden sich daher die gemeldeten Werte. Auch Bitcoins Minus von 5,7 Prozent stammt aus demselben frühen Freitagsvergleich.
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Zusammengenommen zeigen die Angaben eine deutliche Kehrtwende und in dieser Momentaufnahme eine stärkere Schwäche von Ether gegenüber Bitcoin. Sie belegen nicht, dass politische Sorgen, ETF-Abflüsse oder Liquidationen allein den Kursrutsch ausgelöst haben. Am besten gestützt ist die Erklärung eines von Tech-Aktien angeführten Rückzugs aus risikoreichen Anlagen, der durch gehebelte Zwangsverkäufe und ETF-Abflüsse zusätzlichen Schub erhielt.
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