Errol Lees Familie wollte die Wohnung seiner Eltern für deren Ruhestand renovieren lassen. Eingeplant waren rund 80.000 Singapur-Dollar (S$). Doch zusätzliche Forderungen häuften sich, die Arbeiten kamen ins Stocken und der Auftragnehmer war schließlich nicht mehr erreichbar. Weil ein großer Teil der Arbeiten erneut ausgeführt werden musste, stiegen die Gesamtkosten auf S$216.000 – rund S$136.000 über dem ursprünglichen Budget.
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Wohin floss das Geld?
An den ursprünglichen Auftragnehmer zahlte die Familie im Laufe des Projekts mehr als S$130.000. Bei einer Forderung sollte sie S$35.000 auf das persönliche Konto des Firmendirektors überweisen, nicht auf das Firmenkonto. Etwa fünf Monate nach Beginn der Renovierung reagierte der Auftragnehmer nicht mehr; auch die Ausstellungsräume der Firma waren geräumt. Vieles, wofür bereits bezahlt worden war, musste neu gemacht werden.
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Die S$216.000 sind die gesamten Renovierungskosten der Familie – nicht die Summe, die an den ersten Auftragnehmer ging. Aus den vorliegenden Berichten geht weder hervor, wofür dieser die Zahlungen verwendete, noch ob die Familie Geld zurückerhielt. Die ungewöhnliche Bitte um eine Überweisung auf ein Privatkonto belegt für sich genommen nicht, was mit dem Geld geschah.
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Welche Warnzeichen gab es?
Linus Ng, Vorsitzender des Ausschusses für Verbraucherbildung bei der singapurischen Verbraucherorganisation CASE, warnt vor niedrigen Einstiegsangeboten, auf die zahlreiche Aufpreise folgen. Mervin Foo, Mitgründer der Renovierungsplattform HomeMatch, nennt weitere Zahlungsforderungen bei gleichzeitig langsamem Baufortschritt als Warnsignal. Im Fall der Familie kam die Bitte um Zahlung auf ein Privatkonto hinzu.
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Was lässt sich daraus für Renovierungen lernen?
Vor einer Unterschrift sollten Eigentümer aufgeschlüsselte Angebote für denselben Leistungsumfang vergleichen, Firmendaten und einschlägige Qualifikationen prüfen sowie Arbeiten, Zeitplan und Zahlungsbedingungen schriftlich festhalten. Bei pauschalen oder vagen Angeboten sind spätere Zusatzkosten schwerer nachzuvollziehen.
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Während der Renovierung helfen Rechnungen, Überweisungsbelege und schriftliche Nachrichten, den Ablauf zu dokumentieren. Weitere Zahlungen sollten sich an fertiggestellten und geprüften Arbeiten orientieren; auch sollte das Empfängerkonto zur beauftragten Firma gehören. Stocken die Arbeiten, ist es wichtig festzuhalten, was erledigt wurde und was offen ist. Bei Streitigkeiten in Singapur kommen unter anderem eine Schlichtung durch CASE oder die Small Claims Tribunals, Gerichte für geringwertige Forderungen, infrage.
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