Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Juli 2026 (tatsächlich) | Prognose (Reuters-Umfrage) | Juni 2026 | Mai 2026 |
|---|---|---|---|---|
| CPI (J/J) | +0,5 % | +0,6 % | +1,0 % | +1,2 % |
| PPI (J/J) | +3,5 % | ~ +3,8 % | +4,1 % | +3,9 % |
| Kern-CPI (J/J) | +0,9 % | — | +0,8 % | — |
| CPI (M/M) | −0,1 % | — | +0,1 % | — |
| PPI (M/M) | −0,7 % | — | — | — |
Der Kern-CPI, der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, zog leicht auf 0,9 % im Jahresvergleich an (Juni: 0,8 %), während die Nahrungsmittelpreise weiter fielen – um 1,5 % zum Vorjahr .
Was den Rückgang antrieb: Die Erklärung von NBS-Chefstatistikerin Dong Lijuan
NBS-Chefstatistikerin Dong Lijuan führte die Verlangsamung des PPI auf drei Hauptfaktoren zurück :
Beim CPI war die Mäßigung vor allem auf fallende Nahrungsmittelpreise (insbesondere Schweinefleisch und frische Produkte) sowie auf nachlassende Basiseffekte aus dem Vorjahresanstieg der Energiepreise zurückzuführen . Dong merkte zudem an, dass die Benzinpreise im Juli nur um 1 % im Jahresvergleich gestiegen seien – das Wachstum sei damit gegenüber dem Vormonat um 16 Prozentpunkte eingebrochen .
Die Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft
Ökonomen von Reuters, SCMP und der Economic Times beschreiben die Juli-Daten als klares Signal einer Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft :
„Die Verbraucher- und Erzeugerpreise haben sich im Juli abgeschwächt. Das passt zu einer Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft. Die beschleunigten fiskalischen Ausgaben sind nötig, werden aber den deflationären Sog in den binnenorientierten Sektoren wohl nicht schnell umkehren“, sagte Lynn Song von ING, zitiert von Reuters .
Erwartete Wirkung von Pekings geplanten fiskalischen Mehrausgaben
Auf der Sitzung des Politbüros im Juli 2026 sagte die Führung zu, die fiskalischen Ausgaben für bereits budgetierte Infrastrukturprojekte bis zum Jahresende zu beschleunigen . Die Einschätzung der Ökonomen zu den wahrscheinlichen Auswirkungen:
Kurz gesagt: Die chinesischen Inflationsdaten vom Juli 2026 bestätigen, dass die Exportmaschine zwar weiterläuft, der Binnenmotor aber im Leerlauf steckt – und selbst beschleunigte fiskalische Ausgaben dürften diese Kluft nicht schnell schließen.