Bitcoin konnte die Rallye nach den US-Zwischenwahlen nicht halten. Am Donnerstag, dem 5. November, griff ein Ausverkauf bei Technologie- und Halbleiteraktien auf den Kryptomarkt über. Zwangsliquidierungen bei gehebelten Positionen und Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs erhöhten den Verkaufsdruck. Am Freitag stabilisierte sich der Kurs wieder in der Nähe von 76.000 Dollar – doch weniger Verkaufsdruck ist noch kein Beleg für eine Erholung mit neuen Käufern.
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Vom Hoch über 80.000 Dollar zurück Richtung 75.000
Nach den Zwischenwahlen war Bitcoin über 80.000 Dollar gestiegen. Dann drehten die Märkte: Ein Bericht verzeichnete einen Rückgang von etwa 80.962 Dollar am späten Mittwoch auf 75.568 Dollar am Donnerstag. Die nächtlichen Tiefstände wurden je nach Bericht und Zeitpunkt mit 75.131 bis 75.208 Dollar angegeben. Die Zahlen unterscheiden sich leicht, markieren aber beide ein Tief auf dem niedrigsten Niveau seit rund sieben Wochen.
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Auslöser der unmittelbaren Marktbewegung war vor allem die Schwäche bei Technologieaktien. Der Nasdaq verlor am Donnerstag 5,5 Prozent, Halbleiteraktien gaben laut CoinShares rund 12 Prozent nach. Anleger sorgten sich um die Rendite hoher Investitionen in künstliche Intelligenz; hinzu kamen enttäuschende Ergebnisse von Chipherstellern. Nach dem Wahlsieg der Demokraten und ihrer Kontrolle über beide Kammern des US-Kongresses befürchteten manche Marktteilnehmer zudem stärkeren Widerstand gegen den Ausbau von Rechenzentren, der die Expansion im KI-Bereich bremsen könnte.
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Diese politischen Bedenken trugen zur Unsicherheit bei. Sie belegen für sich genommen aber nicht, dass das Wahlergebnis den Ausverkauf ausgelöst hat. Die Berichte beschreiben vielmehr eine breitere Abkehr von risikoreichen Anlagen, von der neben Kryptowährungen auch andere Märkte betroffen waren.
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Liquidationen und ETF-Abflüsse verstärkten den Druck
Als der Bitcoin-Kurs fiel, mussten gehebelte Anleger ihre Long-Positionen schließen. Solche Zwangsverkäufe können einen Kursrückgang beschleunigen. Ein Bericht bezifferte die Liquidationen am Kryptomarkt auf insgesamt 1,27 Milliarden Dollar; mehr als 1,1 Milliarden Dollar davon entfielen auf Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse.
47 Dass diese Positionen aufgelöst wurden, bedeutete jedoch nicht automatisch, dass neue Käufer in den Markt kamen.
Auch US-Spot-Bitcoin-ETFs – börsengehandelte Fonds mit direktem Bitcoin-Bezug – verzeichneten am Donnerstag Nettoabflüsse von 430,2 Millionen Dollar. Laut Berichten auf Grundlage von Daten von Farside Investors zogen Anleger rund 200 Millionen Dollar aus dem FBTC von Fidelity und etwa 105 Millionen Dollar aus dem IBIT von BlackRock ab.
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22 Die Abflüsse waren ein weiteres Zeichen dafür, dass der Kursanstieg nicht von starkem Kaufinteresse am Spotmarkt getragen wurde.
Warum 76.000 Dollar noch keine Trendwende bedeuteten
Am Freitag bewegte sich Bitcoin wieder in Richtung 76.000 Dollar. Analysten beschrieben das aber eher als nachlassenden Verkaufsdruck denn als neue Käufe. Dean Chen warnte davor, bereits von einer Trendwende zu sprechen. Ein weiterer Bericht nannte 77.000 Dollar als Marke, die Bitcoin zurückerobern müsse, um wieder Aufwärtsdynamik zu entwickeln.
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Der Unterschied ist wichtig: Ein Kurs kann sich stabilisieren, wenn erzwungene Verkäufe nachlassen – auch ohne dass die Nachfrage zunimmt. Eine überzeugendere Erholung würde deshalb Anzeichen für neue Käufe erfordern. Die ETF-Abflüsse und die schwache Nachfrage am Spotmarkt lieferten dafür zunächst wenig Bestätigung.
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Arbeitsmarktbericht brachte am Freitag zusätzlichen Zinsdruck
Der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober erschien, nachdem der Ausverkauf am Donnerstag bereits begonnen hatte. Im Oktober kamen 165.000 Stellen hinzu; die Arbeitslosenquote sank von 4,2 auf 4,1 Prozent. Die stärker als erwarteten Zahlen verstärkten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve und belasteten Bitcoin zusätzlich, während der Kurs zu stabilisieren versuchte.
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Als durchschnittliche Prognose wurden etwa 65.000 neue Stellen genannt, wobei die Schätzungen variierten.
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57 Die Arbeitsmarktdaten waren damit ein zusätzlicher Gegenwind am Freitag – nicht der Auslöser des technologiegetriebenen Ausverkaufs vom Donnerstag.
Binance-Hack und politische Unsicherheit als Hintergrund
Schon vor dem Kursrutsch hatten Anleger die Meldungen zum Binance-Hack vom 29. Oktober zu verarbeiten. Der Vorfall wurde mit rund 6,3 Milliarden Dollar beziffert. Binance setzte Transaktionen während der Untersuchung aus; nach der Wiederaufnahme des Betriebs zogen Kunden erhebliche Summen ab.
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5 Der Hack belastete das ohnehin angespannte Umfeld für Kryptowährungen. Die Berichte nennen den Ausverkauf am Technologiemarkt jedoch als unmittelbaren Treiber des Bitcoin-Rückgangs am Donnerstag.
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Hinzu kam Unsicherheit rund um den CLARITY Act, einen geplanten US-Gesetzentwurf zur Regulierung der Kryptomärkte. Berichten zufolge könnte die Kontrolle der Demokraten über den Kongress die Verabschiedung erschweren. Damit kam zu den Belastungen durch Märkte und Kapitalabflüsse noch ein politischer Unsicherheitsfaktor hinzu.
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Insgesamt spricht die Quellenlage für mehrere Belastungen zugleich: fallende Techaktien, Zwangsverkäufe am Kryptomarkt und ETF-Abflüsse. Am Freitag kam der stärker als erwartete Arbeitsmarktbericht als zusätzlicher Zinsfaktor hinzu. Die Rückkehr in Richtung 76.000 Dollar brachte Bitcoin zwar etwas Luft – ein klares Signal, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernommen hatten, war sie aber noch nicht.