Apples Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 deuten auf einen KI-Kurs hin, der stärker auf Forschung und einen Mix aus Geräte- und Cloud-Rechenleistung setzt als auf einen großen Ausbau eigener Infrastruktur. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) stiegen auf 45,77 Milliarden US-Dollar, während die Zahlungen für Sachanlagen zurückgingen. Allerdings umfasst F&E die Forschung des gesamten Unternehmens – der Anstieg ist also kein ausgewiesenes KI-Budget.
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Forschung wächst schneller als der Umsatz
Apple setzte im Geschäftsjahr 2026 insgesamt 478,83 Milliarden US-Dollar um, nach 416,16 Milliarden im Vorjahr – ein Plus von rund 15 Prozent. Die F&E-Ausgaben kletterten im selben Zeitraum von 34,55 auf 45,77 Milliarden US-Dollar.
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Der Zuwachs von 11,22 Milliarden US-Dollar ist eine Jahresdifferenz, kein Tagesbetrag. Auf zwölf Monate verteilt entspricht das gesamte F&E-Budget im Schnitt rund 125 Millionen US-Dollar pro Tag. Der jährliche Anstieg macht rechnerisch etwa 31 Millionen US-Dollar täglich aus. Das sind Berechnungen auf Basis der Jahreswerte, keine von Apple gemeldeten Tagesausgaben.
Unterdessen sanken die Zahlungen für Sachanlagen – also unter anderem Grundstücke, Gebäude und Ausrüstung – von rund 12,7 auf 9,04 Milliarden US-Dollar. Nach diesen Jahreswerten gab Apple etwa fünfmal so viel für F&E wie für solche physischen Anlagen aus.
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Ein anderer Infrastrukturkurs als bei den Cloud-Riesen
Die Quartalszahlen machen den Unterschied bei den Investitionen greifbar: Apple zahlte im Septemberquartal rund 2,24 Milliarden US-Dollar für Sachanlagen. Alphabet meldete im dritten Quartal Investitionen von 51,4 Milliarden US-Dollar, 114 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das sind jeweils unternehmensweite Werte und keine direkten Kennzahlen für KI-Ausgaben allein.
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Amazon kam im jüngsten Quartal laut den vorliegenden Angaben auf 77,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 120 Prozent. Das ist mehr als das 34-Fache von Apples Quartalswert. Der Vergleich ist jedoch nur bedingt aussagekräftig: Die Unternehmen unterscheiden sich in Größe und Geschäft, und die Beträge umfassen die gesamten Investitionen – nicht nur KI-Infrastruktur.
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Apple setzt zudem auf verschiedene Arten der Verarbeitung. Für KI-Aufgaben, die für Modelle auf dem Gerät zu anspruchsvoll sind, gibt es Private Cloud Compute (PCC). Apple hat den Dienst über eigene Rechenzentren hinaus auf Infrastruktur von Google Cloud ausgeweitet; Nvidia-GPUs unterstützen dabei die Verarbeitung auf Servern.
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So kann Apple zusätzliche Cloud-Kapazität nutzen, ohne alle dafür nötigen Server selbst zu besitzen. Das macht den Dienst nicht kostenlos. Außerdem zeigen die verfügbaren Zahlen nicht, wie Siri-Anfragen zwischen Geräten, Apples Infrastruktur und Google Cloud aufgeteilt werden. Auch Apples Gesamtausgaben für F&E und Sachanlagen verraten nicht, welcher Anteil konkret in KI floss.
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Viel Cash – aber keine Garantie auf Rendite
Im Geschäftsjahr 2026 erwirtschaftete Apple rund 145,1 Milliarden US-Dollar operativen Cashflow und zahlte etwa 9,0 Milliarden für Sachanlagen. Zieht man diesen Betrag vom operativen Cashflow ab, ergeben sich rechnerisch rund 136 Milliarden US-Dollar freier Cashflow. Das spricht für eine starke Mittelgenerierung bei vergleichsweise geringen Ausgaben für physische Anlagen – belegt aber nicht, dass sich Apples KI-Investitionen rentieren werden.
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Apple hat außerdem eine stärker personalisierte Siri angekündigt, die etwa Nachrichten und E-Mails berücksichtigen soll. Berichten zufolge könnte es für servergestützte KI-Funktionen Nutzungsgrenzen geben; wer mehr Zugriff benötigt, soll ihn dazukaufen können. Preise und konkrete Limits wurden bislang nicht genannt.
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Cloud und Speicherchips bleiben ein Margenrisiko
Der Infrastrukturkurs verändert die Kosten der KI, beseitigt sie aber nicht. Cloud-Verarbeitung kann laufende Kosten verursachen. Gleichzeitig hat Apple auf höhere Speicherpreise als Belastung für die Produktwirtschaftlichkeit hingewiesen.
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Apples Bruttomarge lag im Septemberquartal bei 47,9 Prozent. Für das Dezemberquartal stellte das Unternehmen 45 bis 46 Prozent in Aussicht. Finanzchef Kevan Parekh führte den erwarteten Druck vor allem auf höhere Speicherkosten und teilweise auf die Kosten für den Ausbau der Siri-KI zurück.
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Der Gegensatz ist entscheidend: Mehr F&E bei geringeren Zahlungen für Sachanlagen unterscheidet Apples Ausgabenmix von den großen Rechenzentrumsausbauprogrammen mancher Wettbewerber. Vor laufenden Kosten für Cloud-Nutzung und Hardware schützt das Unternehmen dieser Kurs aber nicht. Die Margenprognose zeigt, dass solche Kosten auch bei vergleichsweise niedrigen Investitionen in eigene Anlagen eine Rolle spielen.
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