Anthropics möglicher Börsengang im November schien nach den US-Zwischenwahlen und einem Ausverkauf bei KI-Aktien plötzlich weniger sicher. Auf Kalshi sank die Chance für eine IPO-Ankündigung vor dem 1. Dezember von mehr als 85 auf 57 Prozent. Nach einem Bericht, wonach Anthropic weiter einen Börsengang vor Thanksgiving anstrebe, zogen die Markterwartungen wieder an. Zugleich blieb offen, welche Bewertung Anleger akzeptieren würden.
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Was die Prognosemärkte anzeigen
Kalshis Kontrakt fragt, ob Anthropic vor dem 1. Dezember offiziell einen Börsengang ankündigt. In der Woche nach den Wahlerfolgen der Demokraten im Kongress und bei mehreren Gouverneurswahlen fiel die Quote dafür von über 85 auf 57 Prozent.
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Nach dem Bericht der Financial Times über Anthropics Pläne, vor Thanksgiving an die Börse zu gehen, wurde Kalshis Kontrakt „vor dem 1. Dezember“ am 6. November um 21:58 Uhr UTC mit 82 Cent gehandelt. Das entspricht zu diesem Zeitpunkt einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 82 Prozent. Polymarket bezifferte die Chance, dass Anthropics Aktien bis zum 30. November tatsächlich notiert werden, am selben Abend um 21:15 Uhr UTC auf 76 Prozent.
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Die Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen: Kalshi bezieht sich auf eine offizielle Ankündigung, Polymarket auf den Beginn des Aktienhandels. Es sind Momentaufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, keine Garantie für einen Börsengang. Auch der vollständige Kursverlauf der Erholung geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
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Wahlergebnis und KI-Ausverkauf als Belastungsfaktoren
Der Rückgang der Kalshi-Quote fiel mit Verlusten bei KI-Aktien nach den Wahlerfolgen der Demokraten im Kongress und bei mehreren Gouverneurswahlen zusammen. Anleger sorgten sich laut CNBC darum, welche Folgen die neue politische Konstellation für den Ausbau von KI-Infrastruktur und Rechenzentren haben könnte.
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Die designierte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, soll sich dafür ausgesprochen haben, den Ausbau von Rechenzentren auszusetzen, bis stärkere Schutzmaßnahmen bestehen. Ihre Haltung zeigt, warum Investoren auch die Politik auf Ebene der Bundesstaaten beobachteten. Sie belegt aber nicht, dass neue Beschränkungen bereits beschlossen wurden.
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Die vorliegenden Berichte beschreiben einen deutlichen Ausverkauf bei KI-Aktien, belegen aber nicht die Behauptung eines Rekord-Tagesverlusts von 2,5 Billionen US-Dollar an der Nasdaq.
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Anleger setzen niedrigere Bewertung an
Vor dem Ausverkauf lagen die in Berichten genannten IPO-Bewertungserwartungen bei etwa 1,5 Billionen US-Dollar oder darüber; einzelne Schätzungen reichten bis zu 2 Billionen.
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10 Am 6. November berichtete Bloomberg, potenzielle Käufer sprächen über 1,2 bis 1,3 Billionen US-Dollar. Einige erwögen nur 1,1 Billionen. Ein weiterer Bericht, der sich auf das Wall Street Journal berief, sagte, manche große Investoren hielten eine Bewertung näher an 1 Billion US-Dollar für nötig.
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Dabei handelte es sich um Gespräche unter Investoren, nicht um einen festgelegten Ausgabepreis. Anthropics private Finanzierungsrunde im Mai hatte das Unternehmen laut Berichten zum IPO-Antrag mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet.
9 Eine Zusammenfassung des Financial-Times-Berichts nannte einen geplanten Erlös von 80 bis 100 Milliarden US-Dollar und eine Bewertungsspanne von 1,25 bis 1,75 Billionen US-Dollar. Auch diese Angaben waren berichtete Zielwerte, keine endgültigen Konditionen.
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Zeitplan noch nicht bestätigt
Anthropic reichte am 26. Oktober öffentlich seine Unterlagen für den Börsengang ein. Zeitgenössische Berichte nannten einen möglichen Börsenstart vor Thanksgiving; eine Roadshow könnte demnach bereits in der Woche ab dem 9. November beginnen.
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13 Weder die Prognosemärkte noch die berichteten Zeitpläne bestätigten jedoch, dass der Börsengang im November tatsächlich abgeschlossen würde.
Im Börsenprospekt waren die Zahl der angebotenen Aktien und die Preisspanne noch offen. Damit gab es keinen veröffentlichten Preisrahmen, an dem sich die stark auseinandergehenden Bewertungsschätzungen hätten messen lassen.
10 Der mögliche Börsengang wurde zugleich als wichtiger Test dafür gesehen, ob Investoren das schnelle Wachstum und die hohen Kosten von KI-Unternehmen weiter finanzieren wollen.
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Die Zuversicht in den Zeitplan ließ nach dem wahlbedingten Ausverkauf nach und erholte sich, nachdem Berichte signalisierten, Anthropic wolle an seinen Plänen festhalten. Die größere Unsicherheit blieb bestehen: welchen Preis Anleger zahlen würden – und ob ein Börsengang im berichteten Zeitfenster zustande käme.