Alibaba zapft den Aktienmarkt an, um seine Ambitionen im Bereich künstliche Intelligenz zu finanzieren. Bei der ersten primären Aktienemission seit der Zweitnotierung in Hongkong im Jahr 2019 verkaufte der Konzern 710 Millionen neue Aktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar. Damit nahm Alibaba rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar ein – umgerechnet etwa 10,2 Milliarden US-Dollar.
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Nach Angaben des Unternehmens soll der gesamte Nettoerlös in sogenannte „Full-Stack“-KI fließen. Gemeint ist der komplette technologische Unterbau: von Chips und Recheninfrastruktur über die Entwicklung von KI-Modellen bis hin zur Einführung konkreter Anwendungen.
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Die wichtigsten Eckdaten der Kapitalerhöhung
- Neue Aktien: 710 Millionen Stammaktien
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- Ausgabepreis: 112,70 Hongkong-Dollar je Aktie
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- Bruttoerlös: rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar beziehungsweise etwa 10,2 bis 10,21 Milliarden US-Dollar
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- Verwendung: 100 Prozent des Nettoerlöses für Full-Stack-KI
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- Verwässerung: Die neuen Aktien entsprechen rund 3,7 Prozent des bisherigen Aktienkapitals von Alibaba.
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- Zeitpunkt: Es handelt sich um Alibabas erste primäre Folgeplatzierung seit der Zweitnotierung in Hongkong 2019.
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Die Transaktion wurde außerdem als größte primäre Folgeplatzierung eines an der Hongkonger Börse notierten Unternehmens bezeichnet.
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Wie groß war der Abschlag?
Alibaba setzte den Preis unterhalb beider wichtigen Referenzkurse fest. Mit 112,70 Hongkong-Dollar lag der Ausgabepreis 8,4 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs der Hongkong-notierten Aktien. Gegenüber dem Schlusskurs der in New York gehandelten Alibaba-Wertpapiere betrug der Abschlag 3,6 Prozent.
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Der Unterschied ist relevant, weil die Wertpapiere in Hongkong und New York an getrennten Märkten gehandelt werden. Für die Investoren der Platzierung bedeutete der Abschlag einen günstigeren Einstieg. Für bestehende Aktionäre verstärkt er zugleich die Sorge, dass neue Aktien zu einem Preis unter dem aktuellen Marktwert ausgegeben wurden.
Hohe Nachfrage und dreifache Überzeichnung
Die Nachfrage übertraf das zunächst angebotene Aktienvolumen deutlich. Berichten zufolge war die Platzierung dreifach überzeichnet. Andere Berichte bezifferten die eingegangenen Kaufaufträge auf rund 28 Milliarden US-Dollar, darunter etwa 6 Milliarden US-Dollar von langfristig orientierten Investoren, die ihre Positionen in der Regel nicht kurzfristig handeln.
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Nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen beteiligten sich außerdem Staatsfonds und weiteres langfristiges Kapital.
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15 Die vorliegenden Belege bestätigen jedoch weder die genaue Beteiligung noch die Zuteilungen oder eine konkrete Verteilung auf Staatsfonds aus dem Nahen Osten, Europa und Asien. Diese Details sind daher nicht als gesichert anzusehen.
Warum die Finanzierung für Alibaba wichtig ist
Alibaba nimmt das Geld nach der eigenen Zweckbestimmung nicht einfach als allgemeine Liquiditätsreserve auf. Der Konzern will den gesamten Nettoerlös in den Ausbau seiner KI-Kapazitäten investieren – von Chips und Rechenzentren über KI-Modelle bis zur kommerziellen Nutzung.
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Das schafft für Investoren zwar eine klare Begründung für die Kapitalerhöhung. Gleichzeitig steigt aber der Erwartungsdruck. Die Ausgabe von 710 Millionen neuen Aktien verwässert die Anteile bestehender Aktionäre. Alibaba muss nun zeigen, dass die zusätzlichen KI-Investitionen einen strategischen oder finanziellen Wert schaffen, der die Kosten einer vergünstigten Aktienemission rechtfertigt.
Die nach der Platzierung berichtete Marktreaktion spiegelte genau diese Bedenken wider: Anleger richteten ihren Blick auf die Verwässerung und auf die Frage, ob sich die hohen KI-Ausgaben tatsächlich auszahlen werden.
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Fazit
Alibaba finanziert seine KI-Expansion mit einer großen primären Aktienplatzierung in Hongkong, statt sich ausschließlich auf den operativen Cashflow oder Fremdkapital zu stützen. Der Konzern verkaufte 710 Millionen neue Aktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar und nahm damit rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar beziehungsweise 10,2 Milliarden US-Dollar auf. Der gesamte Nettoerlös ist für den Ausbau der Full-Stack-KI vorgesehen.
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Die starke Nachfrage – einschließlich der berichteten dreifachen Überzeichnung und des Interesses von Staatsfonds – zeigt, dass der Markt Alibabas KI-Strategie Aufmerksamkeit schenkt.
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15 Der Abschlag von 8,4 Prozent in Hongkong und der um rund 3,7 Prozent höhere Aktienbestand schaffen jedoch eine klare Belastung für bestehende Aktionäre. Damit steht für Alibaba eine zentrale Frage im Raum: Kann der Konzern aus dieser ungewöhnlich großen KI-Investition dauerhaftes Wachstum machen?
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