Die Trump-Regierung arbeitet an einem Zollrahmen für Halbleiter, dessen Grundidee klar ist: Wer in den USA produziert, soll Zollvorteile erhalten. US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte, Unternehmen könnten Abgaben vermeiden, wenn sie ihre Produkte in den Vereinigten Staaten herstellen; ohne Produktion vor Ort müssten sie für den Zugang zum US-Markt zahlen.
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Für Südkorea, Japan und Taiwan geht es deshalb zunächst weniger darum, dieses Ziel grundsätzlich abzuwehren. Entscheidend ist vielmehr, die bereits ausgehandelten Handelsbedingungen zu sichern. Denn ein System, das sich an den US-Investitionen oder der US-Produktion einzelner Unternehmen orientiert, kann zu ganz anderen Ergebnissen führen als Zusagen auf Ebene eines Landes.
Was Washington prüft
Endgültige Zollsätze, Starttermine, Produktlisten und Regeln für Ausnahmen hat die US-Regierung noch nicht verkündet. Berichten zufolge könnten die Maßnahmen nicht nur einzelne importierte Chips erfassen, sondern auch Produkte mit Halbleitern – etwa Server, Laptops und Spielekonsolen. Diskutiert werden zollfreie Importkontingente, die an die zugesagte US-Produktion eines Unternehmens gekoppelt sind, ebenso wie länderspezifische Zollsätze oder Quoten.
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Der Unterschied ist zentral: Ein nationales Handelsabkommen kann einem Land eine vergleichbare Behandlung seiner Exporte zusichern. Ein firmenbezogenes Kontingent könnte dagegen von Umfang, Zeitpunkt und Art der US-Fabriken eines bestimmten Herstellers abhängen.
Südkorea: Gleichbehandlung sichern, zusätzliche Investitionen ausloten
Seoul verweist auf die Zusage aus dem Handelsarrangement mit den USA, dass koreanische Halbleiter nicht ungünstiger behandelt werden sollen als die Produkte konkurrierender Länder. Südkoreanische Regierungsvertreter sagen, die Gespräche über Chipzölle liefen weiterhin nach diesem Grundsatz. Ziel ist, dass koreanische Hersteller gegenüber Rivalen wie Taiwans TSMC nicht benachteiligt werden.
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Parallel dazu sprechen Südkorea und die USA über zusätzliche Halbleiterinvestitionen. Das umfassendere bilaterale Paket enthielt zwar eine Investitionszusage Südkoreas von 350 Milliarden US-Dollar für die Vereinigten Staaten. Diese Zusage ist aber nicht automatisch identisch mit einer firmenspezifischen Schwelle für Chipfabriken oder einer garantierten Zollbefreiung.
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Besonders betroffen wären Samsung Electronics und SK hynix. Berichte deuten die neue Linie als Druck auf beide Unternehmen, weitere Fertigungszusagen in den USA zu machen. Ein Bericht stellte fest, dass keines der beiden Unternehmen seit Amtsantritt der aktuellen Regierung eine neue US-Investition in eine Chipfabrik angekündigt habe.
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Japan: Verweis auf das 550-Milliarden-Dollar-Rahmenwerk
Japans wichtigster Hebel ist das im Juli 2025 geschlossene strategische Handels- und Investitionsabkommen mit den USA. Im Rahmen dieser Vereinbarung erhoben die USA auf die meisten japanischen Einfuhren einen Zoll von 15 Prozent; Japan sagte im Gegenzug strategische Investitionen in den USA im Umfang von 550 Milliarden US-Dollar zu.
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Die Investitionszusage kann strategische Branchen einschließlich der Halbleiterindustrie abdecken. Japan erklärte zudem, dass sein Investitionsinstrument auch US-Halbleiterprojekte eines taiwanischen Unternehmens finanzieren könnte. Das zeigt, dass das Paket Lieferkettenprojekte unterstützen kann, die über japanische Hersteller hinausgehen.
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Offen ist jedoch, wie eine spezielle künftige Halbleitermaßnahme mit diesem umfassenderen Rahmenwerk zusammenspielen würde. Die allgemeine Behandlung der meisten japanischen Importe mit 15 Prozent beantwortet nicht von selbst, ob ein späterer Chipzoll begrenzt, ausgeschlossen oder an die Investitionen einzelner Unternehmen gebunden wäre.
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Taiwan und TSMC: Dem geplanten Modell am nächsten
Taiwan verfügt über das deutlichste Beispiel dafür, dass investitionsabhängige Behandlung bereits Bestandteil eines bilateralen Abkommens ist. Das US-taiwanische Abkommen senkte breite Zölle auf viele taiwanische Exporte. Zugleich erhalten taiwanische Chiphersteller, die ihre US-Produktion ausbauen, niedrigere Zölle auf Halbleiter sowie verwandte importierte Fertigungsausrüstung und Produkte; einige Importe bleiben zollfrei.
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Damit rückt TSMC ins Zentrum des Vergleichs, den US-Vertreter und Beobachter in Südkorea ziehen. Taiwans Vereinbarung ist auf den Ausbau der Produktion in den Vereinigten Staaten ausgerichtet und ähnelt damit stark dem Modell, das nun für eine breitere Halbleiter-Zollpolitik erwogen wird.
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Warum firmenspezifische Ausnahmen Handelsabkommen neu aufrollen könnten
Ein System auf Unternehmensebene würde eine Zusage auf Länderebene nicht zwingend schon formal verletzen. Washington könnte denselben Rahmen auf alle Länder anwenden und dennoch Herstellern sehr unterschiedliche praktische Konditionen bieten – abhängig von Bauplänen in den USA, zugesagten Kapazitäten, Produktmix oder anrechenbaren Investitionen.
Deshalb betont Seoul die Gleichbehandlung gegenüber Wettbewerbern, statt davon auszugehen, dass ein bestehendes Abkommen eine pauschale Ausnahme garantiert. Die Formel „nicht ungünstiger“ schützt Korea vor einer schlechteren Behandlung als Konkurrenten. Sie klärt aber nicht eindeutig die Regeln eines künftigen zoll- oder quotenbasierten Systems, das an Investitionen gebunden ist.
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Für Japan ergibt sich dieselbe Unsicherheit: Wie weit schützt das 550-Milliarden-Dollar-Rahmenwerk vor einer neuen, spezifisch auf Halbleiter zielenden Maßnahme? Für Taiwan lautet die Frage, ob seine bereits bestehende produktionsgebundene Vereinbarung zur Vorlage für andere große Chip-Exportländer wird.
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Das Fazit
Südkorea versucht, die Gleichbehandlung seiner Chiphersteller zu wahren, und spricht zugleich über weitere Investitionen. Japan stützt sich auf sein großes strategisches Investitionsrahmenwerk und die bereits vereinbarte Zollregelung. Taiwan und TSMC passen vergleichsweise gut zu einem Ansatz, der einen Ausbau der US-Chipproduktion gegen bevorzugte Zollbehandlung eintauscht.
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Entscheidende Details sind aber weiterhin offen: die Zollsätze, die erfassten Produkte, die Behandlung chiphaltiger Waren, die Formel für zollfreie Kontingente und die Frage, ob nationale Handelszusagen zu firmenbezogener Entlastung führen. Solange diese Regeln nicht veröffentlicht sind, gibt es Verpflichtungen und Verhandlungspositionen – aber keine Gewissheit.
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