Berichte beschreiben einen mutmaßlichen Weg, HBM-Speicher von Samsung und SK hynix trotz US-Exportbeschränkungen nach China zu bringen: Der Speicher wird demnach mit leistungsschwachen Serverprozessoren kombiniert und als gemeinsames Paket verschickt. In China sollen Techniker die Komponenten wieder voneinander trennen. Die Berichte nennen auch hohe Preise und wenige leistungsfähige heimische Alternativen. Wie verbreitet die Lieferungen sind, ist jedoch nicht unabhängig belegt; auch nicht jedes Detail der Route ist bestätigt.
4
6
So soll die Paket-Route funktionieren
Händlern zufolge, über die The Information berichtet, wird HBM auf einer Platine oder einem Substrat neben einem einfachen Serverprozessor montiert. Das Paket wird anschließend als Prozessorprodukt ausgeführt. Der mutmaßliche Umgehungsweg soll darauf beruhen, dass bei der Einstufung die Rechenleistung des Prozessors im Vordergrund steht – nicht der zusätzlich enthaltene HBM-Speicher.
4
9
Nach der Ankunft in China sollen Techniker die Lötstellen erhitzen, um das Lot zu lösen und die HBM-Stacks abzunehmen. Die Prozessoren würden anschließend entsorgt. Das Verfahren gilt den Berichten zufolge als heikel: Dabei könne der Speicher beschädigt werden.
4
6
Einige Berichte nennen Hongkong als Zwischenstation auf dem Weg nach Festlandchina. Dabei handelt es sich um Schilderungen mutmaßlicher Umgehung von Exportkontrollen – nicht um einen Nachweis, dass solche Lieferungen rechtmäßig von den Beschränkungen ausgenommen wären.
10
15
HBM3E soll auf dem Schwarzmarkt deutlich teurer sein
Ein Händler in Shenzhen soll für eine Einheit HBM3E rund 4.000 US-Dollar verlangt haben. Andere Berichte sprechen von einem Anstieg gegenüber einigen hundert Dollar. Die vorliegenden Angaben belegen jedoch weder einen marktweiten Preis noch den Vergleich unabhängig.
8
10
11
Die mutmaßlichen Lieferungen stehen vor dem Hintergrund begrenzter heimischer Produktionskapazitäten. Reuters berichtete, Chinas Speicherhersteller CXMT plane die Fertigung von HBM3E, obwohl die geschätzte Ausbeute bei nur 20 bis 30 Prozent liege. Bei SK hynix seien es rund 70 Prozent. Diese Zahlen beruhen auf Angaben von Personen mit Kenntnis der Angelegenheit, nicht auf geprüften Unternehmensdaten.
46
Was über Huawei und DeepSeek berichtet wird
Der Speicher soll laut Berichten bei Kunden aus Huaweis KI-Ökosystem landen. Separat heißt es, Huawei habe manche Kunden gebeten, ihren Speicher selbst zu beschaffen. Der Ascend 960DT soll demnach im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen. Das sind berichtete Planungen – keine Bestätigung konkreter Kundenvereinbarungen oder der tatsächlichen Verfügbarkeit des Produkts.
4
8
10
Ein weiterer Bericht besagt, DeepSeek wolle sein Modell V5 überwiegend auf Huaweis Ascend-950-Chips trainieren; das Vorhaben sei für 2027 geplant. Bislang würden Ascend-Chips bei DeepSeek vor allem für Inferenz eingesetzt, also dafür, Antworten mit einem bereits trainierten Modell zu erzeugen. DeepSeek und Huawei haben den Trainingsplan nach den hier vorliegenden Informationen nicht bestätigt.
17
Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, wäre es ein bedeutender Ausbau der Rolle von Ascend-Chips. Ein geplanter Trainingslauf ist aber kein Beleg dafür, dass ein großes Modell bereits erfolgreich auf dieser Hardware trainiert wurde. Die verfügbaren Berichte belegen weder Trainingsergebnisse unabhängig noch, dass China bereits über eine zuverlässige und eigenständige Versorgung mit fortschrittlichem KI-Speicher verfügt.
17
46