„Wie viel habe ich im Urlaub mit meiner Karte ausgegeben?“ Statt einzelne Buchungen zu suchen und zusammenzurechnen, können Kundinnen und Kunden der Trust Bank diese Frage inzwischen in ihrer App stellen. Auch DBS und OCBC arbeiten an dialogbasierten Angeboten. Stand September 2026 ist aber nicht alles, was die Banken angekündigt haben, bereits für Privatkunden verfügbar.
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Was funktioniert bereits – und was ist angekündigt?
Trust Bank: Fragen zu Kartenzahlungen. Die von Standard Chartered und der FairPrice Group unterstützte Bank startete Trust AI Ask am 8. September 2026. Das Werkzeug findet Kartentransaktionen anhand von Händlern, Kategorien, Beträgen oder Zeiträumen und fasst Ausgaben zusammen – auch solche im Ausland. Nach Angaben der Bank nutzt es dafür die Transaktionsdaten der jeweiligen Person. Die erste Version beschränkt sich auf Kartenzahlungen; Auskünfte zu Konten, Überweisungen und Prämien sind mögliche Erweiterungen.
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DBS: Ausbau eines vorhandenen Chatbots. Der digibot ist bereits über digitale Kanäle von DBS erreichbar. Die Bank beschreibt unter anderem eine Anmeldung zur Identitätsprüfung und geführte Dialoge, auch zu Vermögensfragen. Auf einen Start für Firmenkunden im Juli und eine Erweiterung für Vermögensanfragen im August sollen frühestens ab November zusätzliche Funktionen für Privatkunden folgen. Vorgesehen sind etwa Fragen zu Erstattungen und Bonuspunkten sowie Hilfe beim Erlass von Gebühren oder beim Sperren und Ersetzen von Karten. Das sind keine Funktionen, die deshalb schon im September sämtlich verfügbar waren.
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OCBC: zunächst Vermögensfragen. Die im Juli vorgestellte App OCBC WoW setzt auf Wendy und Wayne – digitale Figuren, die Mitarbeitenden nachempfunden sind. Per Sprache oder Text sollen sie Fragen zum eigenen Anlageportfolio beantworten. Davon zu unterscheiden ist ein für Ende 2026 geplanter Test eines breiter angelegten KI-Begleiters für Privatkunden, der unter anderem Kontostände, Transaktionen und Zahlungen abdecken soll.
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Was ist daran neu?
Ausgabenübersichten und digitale Hilfen gab es schon vorher: UOB führte 2019 Mighty Insights mit Informationskarten zu Sparen und Ausgaben ein. DBS bietet seit Längerem geführte digibot-Dialoge und personalisierte Hinweise.
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24 Neu ist vor allem der direkte Weg von einer frei formulierten Frage zu einer Antwort aus den eigenen Bankdaten. Das kann Aufwand sparen – macht einen Assistenten, der Umsätze zusammenfasst, aber noch nicht zu einem System, das Bankgeschäfte eigenständig erledigt.
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Der Nutzen für die Banken muss sich erst zeigen
Wenn KI häufige Anfragen zuverlässig beantwortet, könnten Banken ihren Kundenservice entlasten. Passendere Gespräche könnten zudem Gelegenheiten schaffen, geeignete Produkte anzubieten. Beides sind bislang mögliche Vorteile, keine nachgewiesenen Ergebnisse dieser neuen Funktionen. Der Fokus auf Vermögensfragen hat einen wirtschaftlichen Hintergrund: Laut Reuters halfen Einnahmen aus Vermögensverwaltung und anderen Gebühren Singapurs drei größten Banken 2026, die Folgen niedriger Zinsen abzufedern.
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Ob sich die Assistenten auszahlen, zeigt sich nicht an ihrer Einführung allein. Wichtiger ist, ob Anfragen ohne spätere Hilfe durch Mitarbeitende gelöst werden, ob Produktabschlüsse oder die Bindung von Einlagen zunehmen und wie sich Kosten und Erträge entwickeln. Die angeführten Veröffentlichungen belegen solche Ergebnisse für die neuen Funktionen noch nicht. Werden ähnliche Dialogangebote überall üblich, könnten Kunden sie bald als selbstverständlichen App-Service ansehen – statt als Grund, eine bestimmte Bank zu wählen.