Die Bewertung umfasst vier Bereiche :
Grundlage des Index ist eine Umfrage, die Anfang 2026 durchgeführt wurde. Sie soll der Aufsicht zunächst eine vergleichbare Bestandsaufnahme des Sektors liefern .
Mit einem QPI-Wert von 2,3 von 10 befindet sich Hongkongs Bankensektor nach Einschätzung der HKMA in einer frühen Vorbereitungsphase . Viele Institute schaffen demnach zunächst ein Bewusstsein für die Risiken und legen technische und organisatorische Grundlagen, statt bereits umfangreiche Migrationsprojekte umzusetzen .
Besonders deutlich wird die Lücke bei der strategischen Planung: Rund die Hälfte der befragten Institute gab an, noch keine formelle Planung für die Post-Quanten-Ära zu haben . Damit fehlt zahlreichen Banken offenbar nicht nur ein Zeitplan für den Austausch ihrer Verschlüsselung, sondern zunächst auch ein vollständiger Überblick darüber, welche kryptografischen Systeme und Daten geschützt werden müssen.
Die HKMA strebt für den gesamten Bankensektor bis 2030 einen QPI-Wert von 10 an. Dieser Wert steht für „vollständige sektorweite Bereitschaft“ . Die Banken haben damit – gerechnet ab der Vorstellung des Index im Juli 2026 – nur wenige Jahre, um ihre kryptografische Infrastruktur systematisch zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern.
Unterstützen will die Aufsicht die Branche mit praktischen Leitlinien, Schulungen und einem kontinuierlichen Austausch . Geplant beziehungsweise angekündigt sind unter anderem Werkzeugkästen, Workshops und abgestimmte Hinweise für die Branche .
Wichtig ist jedoch die Einordnung: Das Jahr 2030 ist bislang als Ziel für den gesamten Sektor formuliert, nicht als veröffentlichte gesetzliche Frist für jedes einzelne Institut. Konkrete Zwischenziele oder individuelle verbindliche Termine hat die HKMA nicht bekannt gegeben. Den Fortschritt will sie über regelmäßige QPI-Bewertungen verfolgen .
Quantencomputer könnten eines Tages Verschlüsselungsverfahren angreifen, die derzeit die digitale Kommunikation und viele Finanztransaktionen absichern. Betroffen wären unter anderem Online-Banking, digitale Signaturen und der Schutz sensibler Kundendaten. Die Sorge besteht nicht nur in künftigen Angriffen: Bereits heute gespeicherte, verschlüsselte Daten könnten später entschlüsselt werden, sobald leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind.
Für Hongkong ist das Thema auch mit dem Ausbau digitaler Finanzangebote verbunden. Die Stadt entwickelt unter anderem tokenisierte Finanzanwendungen und Märkte für digitale Vermögenswerte, deren Sicherheit stark von kryptografischen Verfahren abhängt. Das Whitepaper der HKMA zur Quantenbereitschaft erschien daher im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen und betont die Notwendigkeit, die Finanzinfrastruktur frühzeitig gegen Quantenrisiken abzusichern .
Die HKMA ist nicht die einzige Finanzaufsicht, die sich mit Post-Quanten-Kryptografie beschäftigt. Zentralbanken und Regulierungsbehörden weltweit beginnen, die Bedrohung zu bewerten und Banken zu frühzeitigem Handeln zu bewegen. Der QPI gibt Hongkong dabei ein messbares und transparentes Instrument an die Hand, mit dem sich der Fortschritt über die Zeit verfolgen lässt.
Der Startwert von 2,3 von 10 ist ernüchternd, liefert aber vor allem eine klare Ausgangsbasis. Entscheidend wird sein, ob die Banken ihre Bestandsaufnahme, Risikoanalyse und Migrationsplanung schnell genug vorantreiben können. Gelingt das nicht, könnte aus einer planbaren technologischen Umstellung später eine erzwungene Krisenreaktion werden.