Huang sparte nicht an Superlativen, um die strategische Position der Insel zu beschreiben. Taiwan sei das „Epizentrum der KI-Revolution“. Der Vorstandsvorsitzende des wertvollsten Konzerns der Welt ergänzt, dass dieses Epizentrum der globalen Technologiefertigung dies auch über Jahre bleiben werde .
Die gesamte Lieferkette, vom Halbleiterdesign über die extrem komplizierte Verpackungstechnik (Advanced Packaging) bis hin zur Fertigung der komplexen Gesamtsysteme, sei auf Taiwan konzentriert. „Hier werden Chips und High-Tech-Verpackungen produziert. Hier werden Systeme zusammengebaut. Von hier aus haben KI-Supercomputer ihren Ursprung genommen“, so der CEO . Nvidias Präsenz rückt durch den neuen Standort auch geografisch näher an den zentralen Partner TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) heran
.
Zwischen den prunkvollen Plänen und den beeindruckenden Zahlen fand Huang jedoch auch kritische Worte. Mit Blick auf den anwesenden Bürgermeister von Taipeh, Chiang Wan-an, sagte er direkt: „Herr Bürgermeister, wir brauchen mehr Energie“ .
Huang warnte, dass Taiwan für die wachsende Produktion von KI-Chips und Rechenzentren deutlich mehr elektrische Energie bereitstellen müsse. Sein Credo lautet zugespitzt: „Keine Energie bedeutet kein Wirtschaftswachstum“ .
Die deutliche Ansprache unterstreicht wachsende Sorgen, ob das taiwanische Stromnetz mit der explosiven Nachfrage der KI-Industrie Schritt halten kann . Schon früher hatte Huang auf die Beschränkungen durch die mangelnde Energieinfrastruktur hingewiesen, konkret in Bezug auf den Bau von Nvidias größtem KI-Supercomputer in Taiwan. Dieses Projekt soll mit 20 Megawatt starten und später auf 100 Megawatt ausgebaut werden
.
Taiwans Regierung reagierte prompt auf diese Warnung. Premierminister Cho Jung-tai versicherte der Öffentlichkeit, die Stromversorgung sei bis in die Jahre 2030–2032 gesichert. Das Wirtschaftsministerium verwies zudem auf vier große Gaskraftwerke, die bis Ende 2026 schrittweise ans Netz gehen und insgesamt 5,2 Gigawatt bereitstellen sollen .
Der feierliche Anlass von Huang waren die Detail-Informationen zum ersten großen Nvidia-Standort außerhalb der USA. Er taufte das Projekt offiziell auf den Namen „Nvidia Constellation“ . Hier sind die Daten zur neuen Konzernzentrale zusammengefasst:
Huang sieht das hochmoderne Gelände künftig als Drehkreuz für alle Partner in der Region, das Innovationen in den Bereichen KI, Robotik und Hochleistungsrechnen maßgeblich vorantreiben soll.
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