Die unmittelbare Ursache war das Ausbleiben des Regens, was zu einer Vernichtung der Ernten und Weideflächen führte. Die Situation wurde noch dadurch verschärft, dass zeitgleich die verheerende Pest von ʿAmawās in Syrien wütete, die es unmöglich machte, von dort Lebensmittelhilfe zu erhalten. Die Krise begann kurz nach der Rückkehr der Pilger aus Mekka und dauerte etwa neun Monate an.
Kalif Umar ibn al-Khattab (Friede sei mit ihm) reagierte auf die Krise mit einer Mischung aus administrativer Effizienz, persönlicher Bescheidenheit und tiefem Glauben. Seine Maßnahmen gelten bis heute als Musterbeispiel für Krisenmanagement:
In populären Überlieferungen wird manchmal berichtet, dass prominente Gefährten des Propheten wie Abu Ubaida ibn al-Dscharrah, Muadh ibn Dschabal oder Yazid ibn Abi Sufyan während dieser Zeit starben. Historische Quellen, wie die Werke von Ibn Kathir und Ibn al-Athir, sind hier jedoch eindeutig: Sie starben nicht an der Hungersnot, sondern an der Pest von ʿAmawās, die im selben Zeitraum in Syrien ausbrach.
Die Geschichtswissenschaft hat noch einige offene Fragen zum „Jahr der Asche“:
Das „Jahr der Asche“ ist mehr als nur eine Geschichte über eine Naturkatastrophe. Es ist ein tiefgründiges Beispiel für ethische Führung und effektives Regieren. Der Erfolg von Kalif Umars Maßnahmen lag in der Kombination aus sofortiger Nothilfe, der Mobilisierung der gesamten Staatsressourcen, dem persönlichen Vorbild des Herrschers, der rechtlichen Anpassung an die Notlage und der demütigen Hinwendung zum Glauben.