Der Dialog, der im Film inszeniert wird, komprimiert die wesentlichen philosophischen Themen: den Relativismus des Protagoras („Der Mensch ist das Maß aller Dinge“) und Sokrates‘ leidenschaftliche Suche nach einer universellen, objektiven Wahrheit und Tugend. Es geht um die Frage, ob Tugend lehrbar ist, was sie eigentlich ausmacht und ob die Kunst der Überzeugung (Rhetorik) der Suche nach echtem Wissen überlegen ist.
Das Drehbuch besteht aus sechs präzise getakteten Szenen von jeweils zehn Sekunden, die den Zuschauer visuell und dialogisch in den Bann ziehen sollen. Ein moderner, arabischer Mann in einem zeitgenössischen Outfit dient als stiller Chronist. Er tritt aus einem Zeitenriss in den Innenhof des antiken Hauses, beobachtet die Debatte und fungiert als Brücke zwischen den Welten, ohne selbst einzugreifen. Seine Anwesenheit soll dem Zuschauer das Gefühl geben, selbst dabei zu sein.
Die Erstellung dieses Drehbuchs ist ein Prozess der historischen und philosophischen Recherche. Die Dialogzeilen sind keine wörtlichen Übersetzungen antiker Texte, sondern eine modernisierte, arabische Synthese der den Figuren zugeschriebenen Ideen. Ziel ist es, die zeitlose Relevanz dieser Debatte über Wahrheit, Moral und die Macht der Sprache für ein modernes Publikum erlebbar zu machen – als ob man selbst durch die Zeit gereist wäre, um Zeuge dieser entscheidenden Auseinandersetzung zu werden.