Werden Aufgaben automatisiert? Gibt es Möglichkeiten zur Umschulung? Werden weniger Menschen eingestellt oder drohen Entlassungen? Über solche Fragen sollten Unternehmen mit ihren Beschäftigten sprechen, bevor diese selbst nach Antworten suchen müssen. Das sagte Jasmin Lau, Singapurs amtierende Arbeitsministerin und zugleich Staatsministerin im Ministerium für digitale Entwicklung und Information, am 17. September 2026 bei der Vorstellung von SG AI Xchange. Ihre Warnung: Eine schweigende Belegschaft ist nicht automatisch eine einverstandene Belegschaft.
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Nicht jede Personalentscheidung liegt an KI
Lau forderte Arbeitgeber auf, geplante Automatisierung und ihre möglichen Folgen für einzelne Tätigkeiten zu erklären – ebenso wie Wege zur Umschulung. Auch über eine langsamere Einstellungspraxis oder mögliche Entlassungen sollten sie offen sprechen. Geht eine Personalentscheidung auf eine schwächere Geschäftslage statt auf KI zurück, müsse das ebenfalls klar benannt werden. Offenheit sei wichtig für das Vertrauen der Beschäftigten.
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Dass Mitarbeitende nicht widersprechen, bedeutet laut Lau nicht, dass sie keine Sorgen haben. Sie wollen wissen, was die Unternehmensleitung plant und was das für ihre Arbeit bedeuten könnte.
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Sorgen ernst nehmen, Nutzen schaffen
Lau sprach von einer wachsenden Skepsis unter manchen Beschäftigten und jüngeren Lernenden. Einige befürchteten, KI könne ihnen Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven nehmen; andere brächten die Technologie mit Umweltschäden in Verbindung. Solche Bedenken dürften bei der Einführung von KI in Singapur nicht ignoriert werden.
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Lau beschrieb das Ziel nicht als KI-Einsatz um jeden Preis: Die Technologie solle verantwortungsvoll genutzt werden, Unternehmen einen konkreten Nutzen bringen und gute Arbeitsplätze ermöglichen. Das neu vorgestellte SG AI Xchange soll Organisationen als Forum dienen, in dem sie praktische Erfahrungen mit der Einführung von KI austauschen.
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Weiterbildung und öffentlicher Dienst
Zwei weitere Ankündigungen aus derselben Woche zeigen, wie Singapur den Aufbau von KI-Kenntnissen angeht. Am 16. September wurden mehr als 200 KI-bezogene Weiterbildungskurse eingeführt. Für berechtigte singapurische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gehören sechsmonatige Abonnements ausgewählter kostenpflichtiger KI-Werkzeuge dazu.
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Eine separate Regierungsmitteilung vom 18. September setzte zudem das Ziel, bis Ende 2028 mehr als 150.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst mit praktischen Kompetenzen in Digitaltechnik, Daten und KI auszustatten. Das soll ihre Arbeit und die Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger verbessern. Dieses Ziel stammt nicht aus Laus Rede zur Vorstellung von SG AI Xchange am 17. September.
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