Chinas Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) gewinnt im DRAM-Markt an Gewicht. Seine Fertigungsplattform G5 ist nach Unternehmensangaben in Serienproduktion; zugleich berichtete Reuters über Pläne für eine NAND-Forschungslinie. Das sind zwei unterschiedlich weit fortgeschrittene Vorhaben: Bei DRAM geht es nun um Ausbeute und Kosten in der laufenden Produktion. Bei NAND steht zunächst die Entwicklung einer anderen Speichertechnologie an.
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Was G5 bei DRAM verändert
DRAM ist der schnelle Arbeitsspeicher, den Prozessoren in Smartphones, PCs, Servern und KI-Systemen für gerade benötigte Daten verwenden. Ohne Strom bleiben diese Daten nicht erhalten. CXMT stellte zur G5-Plattform zwei LPDDR5X-Produkte mit jeweils 24 Gigabit vor – eine Variante stromsparenden Arbeitsspeichers für mobile Geräte.
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Die zentrale Produktionsangabe lautet: mindestens 50 % mehr Rohchips pro Wafer als mit G4, umgerechnet auf eine Kapazität von acht Gigabit je Chip. Diese gemeinsame Rechengröße macht den möglichen Wafer-Ertrag vergleichbar; sie bedeutet nicht, dass die neuen LPDDR5X-Produkte acht Gigabit groß sind. Vor allem berücksichtigt die Zahl noch keine Chips, die wegen Defekten, beim Testen oder bei der Verpackung ausfallen.
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Auch eine Kostensenkung um 50 % lässt sich daraus nicht ableiten. Bei genau 50 % mehr gleichwertigen Chips sowie unveränderten Prozesskosten und Ausbeuten würden die Bearbeitungskosten pro Chip rechnerisch um etwa ein Drittel sinken. Die tatsächlichen Kosten hängen jedoch auch vom neuen Fertigungsverfahren und der Ausbeute ab. Eine frühere, von The Korea Herald angeführte Analyse bezifferte CXMTs DDR5-Kosten pro Bit auf mehr als 30 % über denen der drei Marktführer. Ob G5 diesen Abstand verringert, ist nicht belegt.
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CXMT nennt für G5 außerdem einen Half-Pitch von 11,95 Nanometern im aktiven Bereich des Speicherarrays, erreicht durch vierfache Strukturierung. Der Wert beschreibt den Abstand einer bestimmten wiederholten Struktur – nicht sämtliche Abmessungen des Chips. Er ist deshalb für sich genommen weder ein Maß für die Gesamtleistung noch für die Fertigungskosten.
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Marktanteil wächst, Technologielücke bleibt
Nach den von TrendForce veröffentlichten Zahlen lag CXMT beim weltweiten DRAM-Umsatz im zweiten Quartal 2026 mit 9,5 % auf Platz vier. Samsung erreichte 39,4 %, SK hynix 24,9 % und Micron 23,3 %. Eine separate Counterpoint-Schätzung setzte CXMTs Anteil auf 10 %; solche Marktwerte unterscheiden sich je nach Marktforschungsunternehmen.
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Der höhere Umsatzanteil bedeutet nicht, dass CXMT technologisch bereits gleichauf liegt. Eine Einschätzung des koreanischen Halbleiterindustrieverbands verortete China bei DRAM etwa zwei Jahre und bei HBM etwa drei Jahre hinter Korea. Das sind grobe Branchenvergleiche, keine Messung von G5. Berichte nennen eine kleine CXMT-Produktion von HBM3E – besonders schnellem, für KI-Prozessoren wichtigem Speicher – sowie Tests mit chinesischen Chipentwicklern. Eine konkurrenzfähige Großserienfertigung oder einen gesicherten Zeitplan für spätere Generationen belegen sie nicht.
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Eine Marktchance entsteht möglicherweise auch durch die Prioritäten der großen Anbieter: Samsung, SK hynix und Micron investieren verstärkt in HBM und Serverspeicher. Dadurch wächst das Angebot mancher herkömmlicher DRAM-Produkte langsamer, was kleineren Herstellern Spielraum lassen kann. Wie viel dies zu CXMTs Marktanteilsgewinn beigetragen hat, geht aus den verfügbaren Angaben nicht hervor.
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NAND: Bisher ein berichteter Forschungsplan
Anders als DRAM speichert NAND-Flash Daten auch ohne Strom. Es steckt beispielsweise in SSDs und im dauerhaften Speicher von Smartphones. Ein Einstieg würde von CXMT daher eine eigenständige Entwicklung und Qualifizierung verlangen – nicht bloß einen weiteren Vertriebskanal für G5.
Reuters berichtete am 18. September unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen, CXMT wolle in seinem neuen Werk in Peking eine Forschungs- und Entwicklungslinie für NAND aufbauen.
45 Damit würde das Unternehmen einen Markt prüfen, in dem neben etablierten internationalen Anbietern bereits der chinesische NAND-Spezialist Yangtze Memory Technologies (YMTC) tätig ist.
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45 Eine Forschungslinie ist allerdings keine Fabrik im kommerziellen Maßstab. Ein gesicherter Marktstart, Produktionskapazitäten und verbindliche Kundenaufträge gehen aus der angeführten Berichterstattung nicht hervor.
Zum Größenvergleich: TrendForce bezifferte Samsungs Anteil am NAND-Markt im zweiten Quartal auf 29,3 %, den von SK hynix auf 18,2 %. Das sind Anteile bestehender Anbieter, keine bereits erzielten NAND-Umsätze von CXMT.
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Entscheidend sind nun unterschiedliche Nachweise: Bei G5 muss sich zeigen, ob die höhere rechnerische Chipzahl zu mehr verkaufsfähigem Speicher und wettbewerbsfähigen Kosten führt. Bei NAND ist zunächst offen, ob aus dem berichteten Forschungsprojekt überhaupt ein qualifiziertes kommerzielles Produkt entsteht.
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