Im Oktober 2026 gerieten Speicherchip-Aktien erneut in einen Bärenmarkt. Auf die Kurse trafen gleich mehrere Belastungen: Ein chinesischer Hersteller meldete Fortschritte bei dichterem DRAM-Speicher, überraschend hohe US-Inflation schürte neue Zinssorgen, und Anleger zweifelten daran, ob sich die enormen, teils schuldenfinanzierten Investitionen in KI-Infrastruktur künftig auszahlen.
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Drei Belastungen für den Sektor
Neue Konkurrenz aus China. Der Chiphersteller CXMT meldete Fortschritte bei einer „4F-square“-Technologie, die die Speicherdichte von DRAM erhöhen soll. Berichten zufolge wollte das Unternehmen noch bis Jahresende Produkte auf Basis des Designs auf den Markt bringen.
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18 Das schürte Sorgen über den Wettbewerb für etablierte Anbieter. Eine Technologieankündigung und ein geplanter Produktstart belegen allerdings noch nicht, dass die Fertigung kommerziell funktioniert, welche Ausbeute sie erreicht oder ob sich Marktanteile tatsächlich verschieben.
Inflationsdaten weckten Zinsängste. Ein stärker als erwarteter US-Inflationswert ließ Anleger mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed rechnen und belastete Chipaktien zusätzlich.
35 Die verfügbaren Berichte stützen diesen allgemeinen Zusammenhang, beziffern aber nicht, wie stark sich die Erwartungen an den Leitzins konkret verändert hatten.
Die Finanzierung des KI-Ausbaus geriet in den Fokus. Anleger prüften neu, ob hoch verschuldete Rechenzentrums-, Software- und Halbleiterunternehmen ihre hohen Investitionen tatsächlich in künftige Gewinne umwandeln können.
8 In Südkorea wurde der Einbruch am 15. Oktober mit neuen Inflationssorgen und dem sogenannten „CoreWeave-Schock“ in Verbindung gebracht, der Zweifel an der Profitabilität der KI-Branche verstärkte.
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Wie stark fielen die Kurse?
Der Roundhill Memory ETF (DRAM), ein börsengehandelter Fonds mit Schwerpunkt auf Speicherwerten, fiel mehr als 20 Prozent unter sein Erholungshoch vom September. Ein weiterer Bericht bezifferte den Rückstand auf rund 22 Prozent und den Abstand zum Rekordschluss vom Juni auf knapp 40 Prozent.
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Der Einbruch folgte auf eine heftige Achterbahnfahrt: Von Juni bis Ende Juli verlor der Fonds fast 45 Prozent, bevor er sich bis September um mehr als 40 Prozent erholte.
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Auch bei einzelnen Unternehmen summierten sich die Verluste. Samsung Electronics, Micron, SK Hynix und SanDisk büßten laut einem Bericht seit dem 6. Oktober gemeinsam mehr als 700 Milliarden US-Dollar an Börsenwert ein.
20 Eine andere Schlagzeile sprach von Verlusten in Höhe von beinahe 2,5 Billionen US-Dollar. Aus den verfügbaren Angaben geht jedoch nicht hervor, wie diese Summe berechnet wurde oder ob sie dieselben vier Unternehmen umfasst – geschweige denn einen Korb aus 61 Halbleiter- und Speicheraktien.
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Südkoreas Börse spürte den Druck besonders deutlich
Am 15. Oktober verlor der südkoreanische Leitindex Kospi 7,57 Prozent und schloss bei 5.554,22 Punkten. Ausländische Anleger verkauften Aktien im Wert von mehr als 5 Billionen Won; zugleich verlängerte sich die Verlustserie des Index auf sieben Handelstage.
32 Ein weiterer Bericht bezifferte den Rückgang über diese sieben Sitzungen auf rund 20 Prozent.
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Unter den besonders stark betroffenen Aktien waren SK Hynix und Samsung Electronics. Ein Bericht bezifferte ihre Verluste am 15. Oktober auf etwa 11 beziehungsweise 9 Prozent.
35 Bei den Angaben zu einem möglichen marktweiten Handelsstopp und zum Schlussstand des Kospi weichen die Berichte allerdings voneinander ab. Die Details zum sogenannten Circuit Breaker sollten deshalb mit Vorsicht behandelt werden.
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Eine mögliche Erholung wäre noch kein Wendepunkt
Der iShares Semiconductor ETF (SOXX), der Halbleiteraktien abbildet, verzeichnete laut einem Bericht vom 16. Oktober den achten Verlusttag in Folge. BTIG-Stratege Jonathan Krinsky hielt nach dem längeren Ausverkauf eine kurzfristige Gegenbewegung für möglich, warnte aber zugleich vor weiteren Verlusten.
1 Das spricht für die Möglichkeit einer Erholungsrally – nicht dafür, dass der Sektor bereits einen dauerhaften Boden gefunden hat.
Die verfügbaren Berichte bestätigen nicht die konkret genannte Prognose eines Anstiegs um 10 bis 20 Prozent, den dafür erwarteten Zeitpunkt Ende Oktober oder Vergleiche mit September 2002 und Oktober 2008. Auch das angeführte Unterstützungsniveau von 45 US-Dollar und die Formulierung eines möglichen „Wendepunkts“ durch JPMorgan lassen sich damit nicht belegen.
Die belastbarste Einordnung bleibt daher: Speicheraktien waren durch ein Zusammentreffen von Wettbewerbs-, Konjunktur- und Finanzierungsrisiken verwundbar. Eine kurzfristige Erholung allein würde diese Sorgen nicht ausräumen.
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