Alphabet veröffentlicht seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am Mittwoch, dem 28. Oktober, nach US-Börsenschluss. Die Telefonkonferenz ist für 16.30 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt. Für Anleger dreht sich die zentrale Frage darum, ob das Wachstum bei KI und Google Cloud die höheren Investitionen rechtfertigt – während der Konzern zugleich sein Suchgeschäft verteidigen muss.
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Kursrückgang, aber Citizens bleibt optimistisch
Die Alphabet-Aktie der Klasse A schloss am 23. Oktober bei 320,21 US-Dollar. Über die beiden Handelstage seit dem 21. Oktober verlor sie 4,35 Prozent. Das steht nicht im Widerspruch zu Morningstars Einschätzung vom 22. Oktober, wonach die Aktie seit Jahresbeginn rund 6 Prozent im Plus lag: Die beiden Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume.
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Am 22. Oktober senkte Citizens-Analyst Andrew Boone sein Kursziel von 515 auf 450 US-Dollar, hielt aber an der Einstufung „Market Outperform“ fest. Das entspricht einer Kürzung des Kursziels um rund 12,6 Prozent. Citizens sieht wachsenden Wettbewerbsdruck durch KI-Agenten und hält einen weiteren grundlegenden Kurswechsel bei der Suche für nötig. Auch die Bewertungsannahme fiel niedriger aus: Das neue Kursziel basiert auf etwa dem 28-Fachen des für 2027 geschätzten GAAP-Gewinns je Aktie, zuvor waren es rund 32.
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Die beibehaltene positive Einstufung zeigt, dass Boone trotz dieser Risiken weiter Chancen sieht: Google sei im KI-Bereich gut positioniert, und Google Cloud könne dank günstiger Preisentwicklung und besserer Auslastung die Erwartungen übertreffen. Für die Suche rechnete er angesichts anspruchsvoller Vergleichswerte eher mit einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen.
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Auch andere Analysten verweisen auf mögliche Impulse aus Cloud und KI. Justin Post von Bank of America hielt an seiner Kaufempfehlung und einem Kursziel von 340 US-Dollar fest. Zusätzliches Cloud-Wachstum könnte seiner Einschätzung nach von neuen Kapazitäten und TPU-Verkäufen kommen.
22 Nick Jones von BNP Paribas bestätigte „Outperform“ und hob sein Kursziel von 420 auf 450 US-Dollar an. Er verwies auf die Dynamik bei Cloud und Werbung sowie auf mögliche externe Verkäufe von TPUs.
17 Das sind Einschätzungen der Analysten, keine Prognosen des Unternehmens.
Prognosen für Umsatz und Gewinn gehen auseinander
Die veröffentlichten Vorschauen ergeben kein einheitliches Bild. MarketBeat nennt einen Gewinn je Aktie von 3,03 US-Dollar und einen Umsatz von 127,91 Milliarden US-Dollar. Gegenüber den dort angeführten Vorjahreswerten entspräche das einem Plus von 5,6 Prozent beim Gewinn je Aktie und 25 Prozent beim Umsatz.
18 TradingKey erwartet eine Spanne von 2,94 bis 3,04 US-Dollar je Aktie und 127,4 bis 127,8 Milliarden US-Dollar Umsatz; auch dort wird das Umsatzwachstum auf rund 25 Prozent geschätzt.
4 Andere Vorschauen liegen deutlich anders: Eine nennt 3,10 US-Dollar Gewinn je Aktie und 131,76 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine weitere rund 112,7 Milliarden US-Dollar Umsatz.
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Diese Zahlen sollte man nicht zu einem vermeintlich verlässlichen Konsens zusammenziehen, ohne die Unterschiede zu klären. Vor dem Vergleich mit den tatsächlichen Ergebnissen lohnt ein Blick darauf, wann die Schätzung erstellt wurde, wie der Umsatz abgegrenzt ist und welche Grundlage für den Gewinn je Aktie verwendet wird. Besonders unsicher ist das Umsatzwachstum: Die Angabe von 25 Prozent gilt für die Schätzungen von MarketBeat und TradingKey, nicht für alle veröffentlichten Prognosen.
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Drei wichtige Prüfsteine: Suche, YouTube und Cloud
Suche und KI-Agenten. Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse aus der Google-Suche und verwandten Angeboten im Jahresvergleich um 17 Prozent.
41 Für das dritte Quartal können Anleger das Wachstum mit diesem Ausgangswert vergleichen und darauf achten, wie das Management die Nutzung der Suche und ihren Werbewert angesichts der Konkurrenz durch KI-Agenten sichern will. Boones Bedenken betreffen vor allem die Umsetzung des nötigen Umbaus – nicht allein die Höhe der KI-Investitionen.
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YouTube-Werbung. Alphabet zufolge sahen während der Fußball-Weltmeisterschaft mehr als 1,7 Milliarden einzelne Nutzer Videos rund um das Turnier auf YouTube. Im Gespräch zu den Q2-Zahlen berichtete das Unternehmen zudem von kräftigem Wachstum bei der WM-bezogenen Werbung, insbesondere auf YouTube.
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46 Der nächste Bericht kann Hinweise darauf geben, wie sich das Werbegeschäft jenseits dieses Ereignisses entwickelt. Die vorliegenden Angaben beziffern allerdings weder den Anteil des Turniers am Werbewachstum im zweiten Quartal noch dessen möglichen Einfluss auf die Vergleichswerte im dritten Quartal.
Google Cloud. Im zweiten Quartal setzte Google Cloud 24,8 Milliarden US-Dollar um, 82 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Morningstar zufolge lag die operative Marge bei über 35 Prozent – nach 21 Prozent ein Jahr zuvor.
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20 Boone sah mögliche positive Überraschungen im dritten Quartal durch Preisgestaltung und Auslastung. Andere Analysten verweisen auf zusätzliche Kapazitäten und TPU-Verkäufe als mögliche Wachstumstreiber.
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22 Entscheidend ist, ob das Cloud-Geschäft weiter wächst und die Profitabilität Schritt hält. Aus den Vorschauen geht nicht hervor, welchen Beitrag einzelne Faktoren tatsächlich leisten werden.
Die entscheidende Frage: Rendite oder anhaltender Mittelabfluss?
Im zweiten Quartal gab Alphabet 44,9 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus und erwirtschaftete 39,1 Milliarden US-Dollar an operativem Cashflow. Der freie Cashflow lag für das Quartal bei rund minus 5,9 Milliarden US-Dollar.
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54 Das Unternehmen hob seine Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an. Das Management kündigte außerdem an, die Ausgaben 2027 nochmals deutlich zu erhöhen.
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Damit wird die Erklärung des Managements, welchen Ertrag diese Investitionen bringen sollen, zu einem zentralen Teil des Berichts. Anleger können auf Hinweise zu zusätzlichen Umsätzen durch KI und Cloud, einer besseren Auslastung der Infrastruktur und einem nachvollziehbaren Weg zurück zu stärkerem Cashflow achten. Die Vorschauen zeigen die Größenordnung der Investitionen und die Wachstumsfelder, auf die Analysten schauen. Ob sich die Ausgaben am Ende rechnen, beantworten sie jedoch nicht.
Aussagekräftig ist deshalb nicht nur, ob Alphabet eine einzelne Schätzung übertrifft. Entscheidend ist, ob die Suche robust bleibt, Google Cloud Wachstum in profitables Geschäft umwandelt und das Management klarer darlegt, wie sich die wachsenden KI-Investitionen auszahlen sollen.