Die Kernbotschaft des aktuellen Gerüchts: Nvidias mutmaßliche GeForce-RTX-60-Serie auf Rubin-Basis und der Großteil von AMDs nächster Radeon-Generation könnten erst 2028 erscheinen. Das wäre weniger ein Hinweis auf ein technisches Scheitern als auf eine betriebswirtschaftliche Entscheidung unter knappen Ressourcen: KI-Beschleuniger beanspruchen Speicher, moderne Verpackungstechnologien und Fertigungskapazitäten – und versprechen in der Regel höhere Erlöse als Gaming-Grafikkarten.
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Kein bestätigter Aufschub, sondern eine nachvollziehbare Marktlogik
Der Leaker Kepler_L2 soll erklärt haben, dass nahezu das komplette nächste Gaming-Portfolio von Nvidia und AMD erst 2028 komme. Als einzige Ausnahme wird AMDs Chip mit dem Codenamen AT2 genannt, der möglicherweise 2027 erscheinen könnte.
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Warum ein längerer Produktzyklus wirtschaftlich sinnvoll sein könnte: Moderne Grafikkarten werden schwerer zu attraktiven Preisen produzierbar, wenn Speicher knapp und teuer ist. Für aktuelle High-End-GeForce-Karten kommt GDDR7 zum Einsatz; Rechenzentren benötigen für KI-Systeme vor allem HBM-Speicher und aufwendige Packaging-Verfahren. Berichte sprechen sowohl von steigenden Kosten für GeForce-Boardpartner als auch von einer starken Nachfrage nach KI-orientierten Kapazitäten.
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Das belegt nicht, dass Nvidia oder AMD Produkte offiziell verschoben haben. Es beschreibt lediglich einen plausiblen Mechanismus: Sind Komponenten und Produktionsressourcen begrenzt, können Hersteller sie eher in Produkte mit höherem Umsatzpotenzial lenken.
Weshalb GDDR7, HBM und modernes Packaging wichtig sind
Gaming-GPUs und KI-Beschleuniger nutzen nicht dieselbe Speicherkonfiguration. Trotzdem hängen beide am selben, angespannten Halbleiter-Ökosystem:
- GDDR7 beeinflusst direkt die Stückliste und damit den Preis einer Gaming-Grafikkarte.
- HBM ist zentral für KI-Beschleuniger im Rechenzentrum und lenkt Investitionen sowie verfügbare Kapazitäten in diese Richtung.
- CoWoS und vergleichbare Packaging-Techniken sind nötig, um HBM-Speicher mit KI-Chips zu verbinden; diese Kapazitäten gelten als besonders knapp.
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Die denkbaren Folgen für Desktop-Grafikkarten liegen auf der Hand: Teurer GDDR7-Speicher erschwert konkurrenzfähige Preise, während KI-Hardware pro begrenzter Ressource lukrativer sein kann. Werden Foundry- und Packaging-Kapazitäten vorrangig für KI-Systeme genutzt, bleibt außerdem weniger Spielraum für große Gaming-Launches. Das sind plausible Erklärungen, aber keine bestätigten internen Entscheidungen der beiden Hersteller.
RTX 50 Super: Warnsignal, kein Terminbeweis
Mehrere Berichte legen nahe, dass Nvidia eine geplante RTX-50-Super-Auffrischung zurückgestellt, gestrichen oder zumindest depriorisiert haben könnte. Ursache sollen Speicherverfügbarkeit und die Kosten höherer VRAM-Ausstattungen sein. Ein weiterer Bericht sprach davon, dass die RTX-60-Serie, deren Massenproduktion angeblich Ende 2027 geplant war, stattdessen erst 2028 in Produktion gehen könnte.
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Entscheidend ist die Trennung zwischen Hinweis und Beweis: Eine unter Druck geratene RTX-50-Super-Serie würde auf reale Speicherprobleme hindeuten, bestätigt aber weder einen RTX-60-Starttermin noch eine Absage der Refresh-Modelle. Nvidia hat bislang weder eine RTX-50-Super-Familie noch eine GeForce-RTX-60-Roadmap offiziell angekündigt.
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AMD AT2 könnte die Ausnahme im Jahr 2027 sein
Laut Kepler_L2 soll AT2 2027 die einzige neue GPU sein, während weitere neue AMD- und Nvidia-Produkte erst 2028 folgen.
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Wie groß und schnell AT2 tatsächlich wäre, ist allerdings ungeklärt. Einzelne Gerüchte nennen rund 64 Compute Units und sehen den Chip als möglichen Nachfolger in der Klasse einer RX 9070 XT. Andere Diskussionen nennen dagegen etwa 40 Compute Units. Diese Angaben lassen sich anhand der vorliegenden Berichte nicht auflösen und sind daher nicht als bestätigt zu behandeln.
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Ebenso wenig gibt es eine belastbare Grundlage dafür, AT2 als Gegner einer RTX 5090 einzuordnen. Nvidias aktuelle RTX 5090 basiert auf dem Blackwell-Chip GB202 und besitzt 21.760 CUDA-Kerne sowie 32 GB GDDR7-Speicher.
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29 Die Gerüchte ordnen AT2 eher einer hohen Blackwell-Klasse wie der RTX 5080 zu – doch auch das bleibt unbestätigt.
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Für die tatsächliche Spieleleistung zählen ohnehin weit mehr Faktoren als eine Recheneinheiten-Zahl: Architektur, Taktraten, Speichermenge und -anbindung, Raytracing-Leistung, Treiber, Spieloptimierungen sowie Upscaling- und Frame-Generation-Techniken. Ohne finale Daten und unabhängige Benchmarks wäre ein Vergleich zur RTX 5090 reine Spekulation.
Was AMD-Boardpartner auf der Computex 2026 erwarten
Eine zweite, weniger konkrete Quelle für Zurückhaltung sind Berichte über Gespräche mit AMDs Add-in-Board-Partnern auf der Computex 2026. Demnach reichten die Erwartungen von Quartal zwei oder drei 2027 bis Ende 2027 oder sogar ins erste Quartal 2028. Einige Partner sollen einen früheren Start im Jahr 2027 für zu optimistisch gehalten haben.
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Das passt nicht vollständig zu anderen Leak-Erzählungen, nach denen AMD die nächste Desktop-Radeon-Generation etwa zur Jahresmitte 2027 an OEMs liefern und noch vor Jahresende in den Handel bringen könnte.
34 Gerade dieser Widerspruch ist aufschlussreich: Die verfügbaren Gerüchte ergeben bislang keinen einheitlichen Zeitplan.
Was Kaufinteressierte daraus mitnehmen sollten
Ein Start der RTX 60 und der meisten nächsten Radeon-Modelle im Jahr 2028 ist unter anhaltendem Speicher- und Kapazitätsdruck durchaus denkbar. Dazu passen Berichte über GDDR7-Probleme, die ungewisse RTX-50-Super-Auffrischung und die vorsichtigen Einschätzungen aus dem AMD-Partnerumfeld.
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Ein belastbarer Fahrplan ist das aber nicht. Nvidia hat keinen Termin für Rubin-basierte GeForce-RTX-60-Karten genannt. AMD hat weder den Namen „RDNA 5“ noch eine Radeon-RX-10000-Reihe, AT2, dessen Compute-Unit-Zahl oder ein Veröffentlichungsdatum offiziell bestätigt. Zudem soll der Leaker hinter der 2028-Behauptung weder detaillierte Produkttermine noch eine dokumentierte Erklärung für die angebliche Verschiebung geliefert haben.
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Das vernünftige Fazit: 2028 ist derzeit ein glaubwürdiges Gerüchtszenario – aber kein Datum, nach dem man einen Grafikkartenkauf planen sollte.