LexisNexis betrachtete nicht den gesamten Robotikmarkt, sondern private Unternehmen, die mindestens einen zweibeinigen humanoiden Roboter öffentlich vorgestellt haben. Bewertet wurden Patente in drei Bereichen: Mensch-Roboter-Interaktion, Morphologie – also der physische Aufbau des Roboters – sowie Steuerungs- und Planungssysteme .
| Rang | Unternehmen | Sitz |
|---|---|---|
| 1 | Fourier | Shanghai, China |
| 2 | AgiBot | Shanghai, China |
| 3 | LimX Dynamics | Shenzhen, China |
| 4 | Pudu Robotics | Shenzhen, China |
| 5 | Unitree Robotics | Hangzhou, China |
| 6 | Figure AI | San José, Kalifornien, USA |
| 7 | Agile Robots | München, Deutschland |
| 8 | Apptronik | Austin, Texas, USA |
| 9 | Leju Robot | Shenzhen, China |
| 10 | Weiteres US-Startup | USA |
Quelle: LexisNexis Intellectual Property Solutions, Juli 2026
Neben der Dominanz in den Top fünf schafft es mit Leju Robot auf Rang neun ein weiteres chinesisches Unternehmen in die Liste. Damit kommen sechs der zehn gelisteten Start-ups aus China. Die übrigen Plätze verteilen sich auf US-amerikanische Unternehmen und das deutsche Unternehmen Agile Robots . Große börsennotierte Konzerne wie Tesla und dessen Optimus-Programm sind ausdrücklich nicht Teil dieses Rankings .
Die Daten zeigen laut LexisNexis eine „klare Verschiebung in Richtung China“ . In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl chinesischer Patentanmeldungen zu Interaktion, Roboterkörpern sowie Steuerungs- und Planungstechnik deutlich gestiegen . Besonders groß ist der Vorsprung bei Patenten zur Morphologie: China vereint dort inzwischen 73 Prozent des weltweiten Gesamtbestands auf sich .
Das stärkste Wachstum konzentriert sich zudem auf Systeme zur autonomen Entscheidungsfindung. Sie sind entscheidend dafür, ob ein Roboter nicht nur auf einer Messe laufen, sondern auch in unstrukturierten Arbeitsumgebungen zuverlässig handeln kann .
Ein größerer Patentbestand bedeutet allerdings nicht automatisch bessere Erfindungen. Nach einer separaten Einordnung von MLex schneiden US-amerikanische Entwicklungen bei bestimmten Qualitätskennzahlen weiterhin besser ab . Die LexisNexis-Rangliste berücksichtigt zwar bereits die Qualität der Patente und zählt nicht bloß Anmeldungen. Trotzdem dominieren chinesische Start-ups auch in dieser qualitätsgewichteten Bewertung die Spitzenplätze .
Das Bild ist daher zweigeteilt: China hat bei der Anzahl der Patente einen klaren Vorsprung, während die USA in einzelnen Bereichen – insbesondere bei grundlegenden Steuerungs- und KI-Systemen – Qualitätsvorteile behaupten .
Die Patentanalyse erscheint zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC), die unter anderem für die Regulierung von Funk- und Kommunikationstechnik zuständig ist, arbeitet daran, neue Importe in China hergestellter Roboter zu verbieten. Als Begründung werden nationale Sicherheitsbedenken angeführt . Washington prüft darüber hinaus weitergehende Beschränkungen für Roboterimporte aus China .
Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Die USA wollen ihre Abhängigkeit von chinesischer Robotikhardware verringern, während chinesische Start-ups bei den Patenten für die zugrunde liegenden Technologien weiter an Boden gewinnen .
Auch im Markt zeigt sich Chinas Gewicht. Einer Quelle zufolge entfielen im Vorjahr 90 Prozent der weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter auf chinesische Unternehmen. US-Konkurrenten wie Tesla und Figure AI hatten demnach Schwierigkeiten, eine industrielle Serienfertigung aufzubauen .